Balda
Streit und Gerüchte

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Nur wenige Anleger brauchen derzeit so starke Nerven wie die Aktionäre der Balda AG. Seit Monaten ist der Handyausrüster Spielball von Managern und Spekulanten. Und während selbst Insider kaum noch durchblicken, stellen Anlageberater Warnschilder auf. Sieben Euro sei eigentlich der faire Wert für die Balda-Aktie, heißt es bei der Landesbank Baden-Württemberg. Der aktuelle Streit über den Verkauf einer Tochterfirma und mögliche Nachforderungen aber machen die Analysten nervös. Die Bank senkte das Kursziel daher auf 4,60 Euro und riet angesichts der „obskuren Situation“ zum Abwarten. Derzeit notiert das Papier bei vier Euro.

Was soll man als Aktionär tun? Nach der Insolvenz des Großkunden BenQ taumelte das Unternehmen lange hin und her, bis plötzlich die Kunde vom neuen Megaauftrag die Runde machte: Balda liefert die berührungsempfindlichen Bildschirme für das iPhone von Apple. Mehrere Hedge-Fonds kauften sich ein, und in kurzer Zeit stieg die Balda-Aktie von fünf auf zwölf Euro. 2007 gab es sogar Gerüchte, asiatische Konzerne würden Balda zu 15 Euro pro Aktie kaufen.

Seit Verkaufsstart des iPhone aber ist die Aktie rapide gefallen. Denn bei Balda gibt es nicht nur Großanleger, die den Kurs der Aktie treiben, sondern auch solche, die ihn nach unten reden. Analysten berichten von hartnäckigen Anrufern aus London, die Negativgerüchte verbreiten.

Schuld an dem massiven Kurseinbruch ist jedoch vor allem das Unternehmen selbst. Mehrfach hat die Führung Versprechungen gemacht und sie dann nicht gehalten. Viele Analysten sehen den 19. März daher als letzte Chance. Wenn bei der Veröffentlichung der Jahreszahlen 2007 wieder unliebsame Überraschungen hochkommen, verliert die Aktie ganz ihren Boden.

Sönke Iwersen
Sönke Iwersen
Handelsblatt / Leiter Investigative Recherche

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