Bank of America
Kommentar: Mitten im Tunnel

Die Finanzbranche bekommt Boden unter die Füße. Aber bis sie wieder Tritt fasst, wird sie noch ein paar Mal straucheln.
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Es wäre so schön gewesen. Ein paar Tage lang hatten sich die Aktienmärkte an den Gedanken gewöhnt, das Schlimmste sei ausgestanden. Dann überrascht die Bank of America mit schlechten Zahlen. Obwohl es inzwischen fast normal ist, dass Bankenergebnisse noch schwächer als erwartet ausfallen, reagiert die Börse deutlich. Die Bank of America gilt doch immer noch als eine der intakten Säulen des amerikanischen Finanzsystems, sie soll ja auch den Baufinanzierer Countrywide übernehmen, dessen Schieflage zu den Auslösern der Finanzkrise gehörte.

Zurzeit überlagern sich in der Finanzbranche einige Effekte. Auf der einen Seite haben die amerikanische und zuletzt auch die britische Notenbank sehr deutlich gemacht, dass sie nichts anbrennen lassen. Man kann darüber jammern, dass so die Spekulanten belohnt und die Grundlagen für die nächsten Krisen gelegt werden. Aber im Moment wirkt es doch beruhigend. Eine gute Nachricht ist auch, dass sich die großen Beteiligungsfonds offenbar vorsichtig wieder für die Bankbranche erwärmen. Zwar findet hier zum Teil ein Geldkreislauf statt: Banken leihen den Fonds Geld, die wiederum bei ihnen einsteigen. Aber die Fonds sind immerhin wieder bereit, ins Risiko zu gehen.

Auf der anderen Seite werden viele Probleme in den nächsten Monaten noch deutlich wachsen. Die Immobilienmärkte in den USA und in Großbritannien werden weiter einbrechen, die Kreditausfälle zunehmen. Die Frage ist also, wie weit die heutigen Abschreibungen der Banken und die Verluste ihrer Aktien das alles schon berücksichtigen. Wahrscheinlich nur zum Teil.

Vielleicht ist also tatsächlich Licht am Ende des Tunnels zu erahnen. Aber ein paar stockdüstere Kurven liegen noch vor uns.

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