Banker müssen Vertrauen wiedergewinnen

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Um diesen "Vertrag" zu erneuern und dem Finanzkapitalismus wieder eine gesellschaftliche Grundlage zu geben, gibt es nur zwei Möglichkeiten. Entweder die Generation der Banker, die den Karren vor die Wand gefahren hat, tritt ab und überlässt das Feld jüngeren Kollegen, die dann aber auch zeigen müssen, dass sie anders gestrickt sind. Aber wo gibt es diese jüngeren Kollegen? Oder die Leute, die jahrelang den Ton angegeben haben, bekennen: "Jawohl, wir haben nicht nur einzelne Fehler gemacht, sondern wir haben als Branche versagt und damit die Weltwirtschaft in den Abgrund gerissen. Unsere Unternehmen existieren, ob sie nun offiziell Staatshilfe genommen haben oder nicht, nur noch, weil der Staat das Vertrauen ersetzt, das wir verspielt haben. Und wir werden in den nächsten Jahren unsere ganze Arbeitskraft daransetzen, diese Fehler wieder gutzumachen."

Es verlangt ja keiner, wie es unlängst ein US-Politiker andeutete, dass die Banker Harakiri begehen. Verantwortung kann man auch dadurch zeigen, dass man grundsätzliche Fehler eingesteht und mehr als nur laue und unsystematisch zusammengewürfelte Verbesserungsvorschläge macht, wie sie zum Beispiel die internationale Großbankenlobby IIF, deren Präsident Ackermann ist, vorgelegt hat.

Man kann natürlich auch sagen: Eigentlich sind alle ein bisschen schuld. Schließlich haben die Finanzaufseher versagt und die Politiker einschließlich der Notenbanker. Die Analysten und die Ratingagenturen waren auch dabei, die Ökonomen haben sich nicht vernehmlich gemeldet oder den Boom sogar gefeiert, und die Finanzjournalisten - das sei ausdrücklich zugestanden - sind auch zu spät aufgewacht.

Richtig ist, dass alle, die es eher hätten merken müssen, auch mal tief in den Spiegel schauen sollten. Trotzdem: Wenn einer in der Familie das Haushaltsgeld im Kasino verspielt, dann sind auch alle ein bisschen schuld, wenn sie ihn nicht daran gehindert haben. Aber in erster Linie muss doch der Spieler deutlich machen, dass er sich gebessert hat, damit der Familienfrieden wiederhergestellt werden kann. Auf gesellschaftlicher Ebene läuft das letztlich nicht anders.

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