Banken
Bedingt krisenfest

Deutschlands Banken haben schwierige Jahre hinter sich. Einige große Banken hatten sich mit Engagements im Investment-Banking verspekuliert.

Den meisten machten zudem hohe Kreditausfälle zu schaffen. Viele Banken reagierten mit einer ausgeprägten Zurückhaltung bei der Kreditvergabe, weil sie einerseits mit ihrer dünnen Eigenkapitaldecke nur begrenzt Kredite unterlegen konnten und weil sie andererseits die weithin als zu niedrig eingeschätzten Zinsmargen ausdehnen wollten. Das führte zeitweise zu einem Teufelskreis von schwacher Konjunktur, hohen Kreditausfällen, Kreditverknappung und dadurch belasteter Konjunktur.

Inzwischen geht es mit der deutschen Wirtschaft wieder deutlich bergauf, und auch ein Blick in die Bankbilanzen legt den Schluss nahe, dass die Rentabilitätsverbesserung geglückt ist. Doch der Schein könnte trügen. Zwar hat sich die Eigenkapitalrendite der Banken in den letzten beiden Jahren ganz erheblich verbessert. Dies scheint allerdings vor allem auf Gewinne am Kapitalmarkt und im sonstigen Investment-Banking sowie auf geringere Kreditausfälle zurückzugehen. Trotz der jahrelangen Zurückhaltung bei der Kreditvergabe scheint es den Banken nicht gelungen zu sein, ihre Zinsmargen im Kreditgeschäft auszuweiten. Vielmehr waren diese zuletzt im Zuge eines sich verschärfenden Wettbewerbs sogar deutlich rückläufig.

Das gibt Anlass zur Sorge, kann man sich doch nicht darauf verlassen, dass die Konjunktur und die Kapitalmärkte sich weiter so günstig entwickeln wie zuletzt. Es wäre fatal, wenn die Banken auf einen neuen Konjunktureinbruch wieder mit einer Kreditrationierung antworten müssten. Gefordert sind eine ausreichende Vorsorge für das Ausfallrisiko auch in guten Zeiten, eine nachhaltige Effiziensteigerung und ein Verzicht auf Kreditgeschäfte um jeden Preis.

Norbert Häring berichtet für das Handelsblatt über Wirtschaftswissenschaften. Quelle: Pablo Castagnola
Norbert Häring
Handelsblatt / Ökonomie-Korrespondent
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