Banken
Böse Überraschung

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In der Finanzkrise standen bislang die deutschen Banken als die Dummen da. Die Mittelstandsbank IKB und die sächsische Landesbank konnten nur durch milliardenschwere Hilfsaktionen heimischer Kreditinstitute in letzter Minute gerettet werden. Doch nun zeigt sich, dass gerade auch die internationalen Banken mit erheblichen Risiken spielen und sicher schnell von den Turbulenzen eingeholt werden.

Am Ende gefährdet das ihr Überleben nicht. Dafür sind ABN Amro, Citi oder die Deutsche Bank zu groß. Doch die Ergebnisse wird die Krise heftig in Mitleidenschaft ziehen. In diesen Wochen und Tagen versuchen die Banken alles, um keine Panik unter den Kunden aufkommen zu lassen, die sich im äußerst sensiblen Bereich der kurzfristigen Wertpapiere engagieren. Damit wollen sie verhindern, dass die riesigen Liquiditätslinien, die sie bei Finanzvehikeln zugesagt haben, gezogen werden. Lieber kaufen sie Papiere auf und nehmen Verluste auf sich. Den Handelsbestand bei sogenannten Commercial Papers müssen sie sowieso abschreiben.

Es gilt, das Vertrauen der Investoren zu retten. Diese dachten, sie würden mit dem Kauf von Wertpapieren gut fahren, die der Bonitäts-Tüv, die Ratingagenturen, gut benotet hat. Falsch. Einmal mehr zeigt sich, dass eine Krise alle Bewertungen aus normalen Zeiten über den Haufen wirft. Und normal sind diese Wochen wirklich nicht. Selbst die Notenbanken wissen nicht so recht, wie sie mit den jüngsten Entwicklungen umgehen sollen.

Eines steht jedoch bereits heute fest. Die beste aller Welten für die Institute in den vergangenen zwei Jahren ist vorbei. Gerade die internationalen Großbanken werden bei ihren Zahlen im dritten Quartal für so manche böse Überraschung sorgen.

Robert Landgraf
Robert Landgraf
Handelsblatt / Chefkorrespondent Finanzmärkte

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