Banken
Ciao Deutschland

Tusch, es ist vollbracht – Deutschlands Banken sind in Europa ganz hinten angekommen.

An den Rückstand zu den Rivalen in den USA, Großbritannien, Frankreich und selbst Spanien hat man sich ja schon gewöhnt. Einziger kleiner Trost war, dass mit Italien wenigstens noch ein anderes Land ähnlich hilflos bei dem Versuch agierte, in einer heillos zersplitterten Branche schlagkräftige Finanzkonzerne zu schmieden. Jetzt kriegen die Italiener aber die Kurve. Die Fusion von Intesa und Sanpaolo ist der Startschuss einer großen Marktbereinigung. Zugleich entsteht nach Unicredit ein zweites transalpines Powerhouse, das größer ist als alle deutschen Rivalen.

Ein Katalysator der überfälligen Konsolidierung ist, dass in Italien Politik und Notenbank echtes Interesse an starken Banken zeigen und offen für Fusionen werben – allen voran Notenbankchef Mario Draghi und Finanzminister Padoa-Schioppa. In Deutschland hat man dagegen den Eindruck, dass der Politik die volkswirtschaftlich so wichtige Branche schnuppe ist. Auch die Bundesbank traut sich nicht, für eine Privatisierung der öffentlichen Sparkassen und Landesbanken zu trommeln. Ein radikales Aufbrechen der verkrusteten Strukturen wäre aber die einzige Chance, um in Europa vorne dabei zu sein.

Nicht, dass sich in Deutschland gar nichts tut. Die Commerzbank hat die Eurohypo gekauft und die Postbank das BHW – international sind das aber kleine Fische. Auch bei den Landesbanken gibt es erste Schritte: Die HSH Nordbank nimmt einen Private-Equity-Investor an Bord, um den Börsengang vorzubereiten – doch der ist erst für 2009 geplant. Fazit: Der Wandel kommt viel zu zaghaft und spät. Bleibt es bei diesem Reformtempo, wird der Rückstand zum Ausland immer größer – selbst zu Italien.

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