Banken

Klare Regeln

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Timing ist alles: Kurz vor dem Gipfeltreffen der sieben wichtigsten Industrienationen in Washington präsentiert die Lobby der im IIF organisierten internationalen Großbanken ihren Weg aus der Finanzkrise. Als fertiges Konzept in knapp 100 Punkten wird es in die Diskussionen von Finanzministern und Notenbankern einfließen und Teil des Rezepts werden, welches das Finanzsystem heilen soll.

Dass etwas passieren muss, steht nicht erst seit dem Schocker durch den Internationalen Währungsfonds fest, der die Kosten der Kreditkrise auf knapp eine Billion Dollar schätzt. Angesichts der riesigen Zahl macht es sich gut, dass Josef Ackermann als Sprecher des IIF und im Hauptberuf Chef der Deutschen Bank Asche auf das Haupt der Branche streut, für sie Verantwortung übernimmt und Konsequenzen fordert. Doch die geforderten Änderungen sind natürlich im Sinn der Finanzwelt. Sie will sich selbst regulieren und unter allen Umständen vermeiden, dass Regierungen und Finanzaufsichten das rechtliche Korsett eng schnüren.

Hier geht es nicht um neue Risikomodelle, höhere Transparenz sowie Veränderungen in der Bewertung, die künftige Krisen verhindern sollen. Das mag zwar wichtig sein. Entscheidend ist jedoch ein anderer Umgang mit Risiken. Wer strukturierte Wertpapiere nur mit Hilfe von Ratingagenturen bewerten kann, muss die Finger davonlassen. Außerdem sind komplizierte Finanzprodukte grundsätzlich auch vom Emittenten mit Eigenkapital zu unterlegen und vom Käufer in der Bilanz zu halten. Und als Drittes sind der Verbriefung von Forderungen Grenzen zu setzen. Eine endlose Kette von Verbriefungen darf es nicht mehr geben. Dann muss einem um die Zukunft der Banken nicht bange sein.

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