Banken
Kommentar: Viva Europa

Europas Bankenlandschaft startet in eine neue Phase. Nachdem sich die Finanzinstitute jahrzehntelang hinter den nationalen Zäunen versteckt haben – zur eigenen Bequemlichkeit und zu Ungunsten ihrer Kunden – werden die Grenzen nun durchlässiger.

mab FRANKFURT. Die jetzt bekannt gewordenen Fusionsgespräche zwischen der italienischen Geschäftsbank San Paolo und der belgisch-französischen Gruppe Dexia sind ebenso wie die unlängst vereinbarte Übernahme der britischen Abbey National durch die spanische SCH wichtiges Indiz für den Kulturwandel.

Nach Industrieunternehmen, Versicherungen und Telekom-Konzernen arbeiten nun auch die Banken daran, sich durch grenzüberschreitende Deals eine europäische Basis zu schaffen. Das ist eine positive Entwicklung, denn sie zeigt, wie relevant der Binnenmarkt heute auch für die Finanzdienstleistungen ist.

Konkret wird die neue Offenheit den Wettbewerb zwischen den Instituten forcieren – für Kunden und Aktionäre gleichermaßen ein Vorteil. Schließlich war die bislang politisch gewollte Protektion einer der Hauptgründe, warum sich die Dienstleistungsmentalität in vielen Geldhäusern Europas noch nicht durchgesetzt hat. Der Terminus „Bankbeamter“ spricht Bände. Kontinental aufgestellte Häuser werden hingegen starke Anreize haben, sich an den international höchsten Maßstäben zu orientieren.

Dass Marktteilnehmer und Analysten gegenüber grenzüberschreitenden Bankfusionen noch meist kritisch eingestellt sind, liegt an deren kurzfristiger Sichtweise. Denn sofortige Synergien oder Sparpotenziale sind in der Tat nur schwer zu heben. Der Kulturwandel in der Finanzbranche wird aber auf lange Sicht Werte schaffen, die schwerer wiegen als sofort anfallende Integrationskosten.

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