Banken
Rosige Zeiten

Der Bankerjob macht derzeit richtig Spaß. Fast überall in Europa brummt das Geschäft. Der solide Konjunkturverlauf lässt in vielen Ländern die Kreditnachfrage sprudeln und hält – gemeinsam mit den niedrigen Zinsen – die Zahl der Firmenpleiten niedrig.

HB DÜSSELDORF. Entsprechend gering fällt die Risikovorsorge aus. Die ansprechende Entwicklung der Kapitalmärkte spielt der Branche ebenfalls in die Hände.

Dank dieses rosaroten Umfelds fahren Europas Großbanken reihenweise Rekordergebnisse ein. Gestern gelang dies UBS, nachdem zuvor bereits Santander und BBVA in Spanien und ABN Amro in Holland eindrucksvoll ihre Ertragskraft demonstriert hatten. Das Geld, in dem die Branche schwimmt, ist der Treibstoff für große Übernahmen. Jüngstes Beispiel ist die Übernahme der italienischen BNL durch BNP Paribas. Es ist sehr wahrscheinlich, dass auch andere Banken ihre fetten Gewinne in Zukäufe im europäischen Ausland investieren.

Für die deutschen Banken ist erfreulich, dass anders als in früheren Jahren endlich auch hier zu Lande ansprechend verdient wird. Der Milliardengewinn der Commerzbank und die hervorragenden Zahlen der Deutschen Bank belegen eindrucksvoll, dass die Branche das Tal der Tränen endgültig überwunden hat. Und die Online-Broker Comdirect und DAB beweisen, dass sich auch mit spezialisierten Geschäftsmodellen gutes Geld verdienen lässt.

Freilich darf der Aufschwung der deutschen Kreditbranche nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Rückstand zu den Branchenführern in Europa gewaltig ist. Santander oder ABN Amro verdienen ein Mehrfaches dessen, was die Commerzbank verdient. Der Rückstand scheint unaufholbar. Vermutlich lassen sich die Fehler der Vergangenheit mit Blick auf das europäische Branchenranking auch bei einer noch günstigen Branchenkonjunktur nicht wieder ausbügeln.

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