BANKEN
Schädliche Zurückhaltung

Deutschland, aufwachen! Wenn in Europa die Kreditinstitute konsolidieren, darf die Bundesrepublik nicht an der Seitenlinie liegen bleiben.
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Heimische Großkonzerne brauchen mindestens eine international gut vernetzte Bank von Weltformat, die ihnen auch in politisch schwierigen Phasen beisteht. Während sich die Ereignisse überschlagen, halten sich die deutschen Institute vornehm zurück – zum eigenen Schaden, aber auch zum Nachteil der heimischen Wirtschaft und des Finanzplatzes.

Die Übernahmepläne der britischen Barclays Group für ABN Amro lösten die jüngste Fusionitis aus, die jetzt auch Unicredit befallen hat. Die Italiener greifen nach dem Konkurrenten Capitalia, nachdem sie vor rund zwei Jahren die deutsche Hypo-Vereinsbank aufgekauft haben.

So weit, so schlecht. Denn machen wir uns nichts vor: Noch herrscht angesichts der rund laufenden Wirtschaft, politischer Stabilität und des Ausbleibens von Terroranschlägen in der westlichen Welt Eintracht unter den Staaten. Gerade die starken US-Investmentbanken bieten deutschen Konzernen liebend gerne alles an, was die Unternehmen wünschen. Doch das ist nur der oberflächliche, der erste Blick.

Die weltweit in der Bankenindustrie führenden US-Institute können ganz schnell unter den Einfluss amerikanischer Politiker geraten. Diese neigen dazu, Eigeninteressen der Vereinigten Staaten zum Maßstab für ihr Handeln zu machen. Ein Beispiel: Der mutmaßliche Missbrauch von Daten durch US-Behörden bei Überweisungen europäischer Banken. Deutschland braucht deshalb Fortschritte bei der Konsolidierung. Gefordert sind Geldhäuser, die durch Übernahmen wachsen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und auszubauen.

Robert Landgraf
Robert Landgraf
Handelsblatt / Chefkorrespondent Finanzmärkte

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