BASF
Bekanntes Muster

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Der Ludwigshafener Chemie-Riese will Kasse machen und steht vor der Trennung von seinem nicht allzu lukrativen Geschäft mit Styrol-Kunststoffen, einem Vorprodukt für den späteren Einsatz in der Elektro- und Autoindustrie. Mehrere Milliarden Euro könnte der größte Chemie-Konzern der Welt dafür einstreichen – wenn er einen Käufer findet.

BASF ist schon länger unzufrieden mit dem Bereich: Die Renditen liegen längst nicht da, wo sie aus Sicht der Ludwigshafener sein sollten. Von den ertragsschwachen Bereichen wollen sie sich trennen, die Kunststoffe mit vergleichsweise hohen Renditen sollen hingegen beim Branchenprimus bleiben. Auf diesem Weg würde der ganze Konzern auf ein höheres Ertragsniveau gehoben. Der Ludwigshafener Hersteller ist nicht das erste Chemie-Unternehmen, das auf eine solche Strategie setzt. Es gibt eine auffällige Parallele zum alten Leverkusener Rivalen Bayer. Vor gut zwei Jahren hatten sich die Rheinländer ebenfalls von ihren renditeschwachen Kunststoffen getrennt. Damals nicht über einen Verkauf oder über ein Joint Venture mit einem Partner, sondern über einen Börsengang dieser Geschäftsfelder.

Unter dem neuen Namen Lanxess haben sich die früher wenig geliebten Kunststoff-Bereiche von Bayer dann erstaunlich gut entwickelt. Der Wert der Lanxess-Aktie hat sich seit Börsenstart fast verdreifacht. Zudem half die gute konjunkturelle Entwicklung der gesamten Chemie-Branche.

BASF hätte also die Chance, für den Verkauf seiner Styrol-Kunststoffe ein gutes Umfeld zu nutzen. Zu viel Zeit sollte sich der Konzern nicht lassen. Die konjunkturellen Risiken wachsen, vielleicht ist das Ende des Aufschwungs bald in Sicht. Dann wäre die Trennung zu spät gekommen.

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

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