BASF
Kommentar: Teure Wall Street

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Als vor gut zehn Jahren die ersten deutschen Unternehmen voller Enthusiasmus an die größte Börse der Welt strebten, versprachen sie sich mehr Aufmerksamkeit. Sie hofften an der teuren Wall Street auf neue Kunden und Investoren. Inzwischen dominiert die richtige Einschätzung, dass dafür solch eine Präsenz nicht notwendig ist.

Der wichtigste Grund: Investoren handeln Aktien heute dort, wo es dank hoher Liquidität die fairsten Preise gibt. Das ist fast immer die Heimatbörse. Amerikanische Investoren kaufen Aktien von Siemens, SAP oder BASF nicht in New York, sondern in Frankfurt. Selbst Kleinanleger können heute US-Aktien an der Wall Street handeln, ohne dafür tief in die Tasche greifen zu müssen. Das sah vor zehn Jahren noch ganz anders aus. Damals waren die Handelssysteme noch nicht so eng verzahnt.

Hinzu kommt, dass es deutschen Unternehmen nur selten gelang, die Vorteile einer US-Notierung auszuschöpfen. Die Deutsche Telekom bezahlte Voicestream mit eigenen Aktien. Dafür ist eine US-Notierung nötig. Die Regel sind aber Bar-Übernahmen wie die des Katalysatorenherstellers Engelhard durch BASF. Dafür nutzt die US-Notierung nichts.

Dennoch ist jetzt kein Massenexodus zu erwarten. Denn für gut die Hälfte der Wall-Street-Getreuen macht ein Abschied trotz hoher Kosten keinen Sinn. Der Bad Homburger Dialysespezialist FMC beispielsweise erwirtschaftet mehr als 95 Prozent seiner Umsätze in den USA. Der Verlust an Reputation bei einem Weggang wiegt schwerer als der Aufwand einer US-Präsenz. Noch klarer sind die Fronten bei SAP: Erzrivale Oracle und sein exzentrischer Boss Larry Ellison würden Rückzugspläne werbewirksam ausschlachten. Solch ein Eigentor wird SAP nicht schießen.

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