BayernLB: Kommentar: Komödienstadel

BayernLB
Kommentar: Komödienstadel

Wie tief steckt die bayerische Landesbank im Sumpf? Vielleicht sollte der Vorstand sich doch mal bequemen, dazu Stellung zu nehmen.
  • 0

In den vergangenen Wochen war die WestLB der Alleinunterhalter unter den öffentlich-rechtlichen Banken. Jetzt aber schickt sich die BayernLB aus München an, ihr diesen Platz – zumindest temporär – streitig zu machen. Auslöser ist der bayerische Finanzminister Erwin Huber, der vollkommen unvermittelt angekündigt hat, dass die Landesbank tiefer im Sumpf der Kreditkrise stecke, als bisher zugegeben wurde. So etwas nennt man wohl Corporate Governance im Komödienstadel. Normalerweise sollte der Vorstand solche heiklen Themen kundtun.

In den kommenden Wochen wird die Bank immer wieder Gegenstand von Spekulationen sein. Ihr penetrantes Schweigen macht sie in Subprime-Zeiten hoch verdächtig. Ende vergangenen Jahres hatte die Bank einen Handelsblatt-Bericht über einen Bedarf an Wertberichtigungen in Höhe von rund einer Milliarde Euro knallhart dementiert, danach herrschte wieder Schweigen im Walde. Jetzt kommt die Wahrheit scheibchenweise heraus. Um den Gerüchten ein Ende zu bereiten, sollte die Bank sich ein Herz nehmen und möglichst bald mit Vorabinformationen an den Markt gehen. Das würde auch die Sparkassen beruhigen, denen die Hälfte der Bank gehört. Vertrauen kann man nur schaffen, wenn man die Karten auf den Tisch legt. Und im Vergleich zu den monströsen Bewertungsverlusten anderer Kreditinstitute stehen die Bayern ja voraussichtlich noch ganz gut da.

Wenn Konzernlenker Werner Schmidt aber wirklich noch bis zur Bilanz-Pressekonferenz am 28. April mit Informationen wartet, dann dürften die Nerven der Eigentümer weiter blankliegen. Der bayerische Löwe sollte einmal laut brüllen – danach akzeptiert das Publikum auch wieder Schweigen.

Kommentare zu " BayernLB: Kommentar: Komödienstadel"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%