BayernLB
Ohne Strategie

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Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln: Das ist der Kurs, den die Bayerische Landesbank bei ihren Zukäufen steuert. Gestern ist sie wieder reingesprungen. Diesmal mit dem Kauf der Kärntner Hypo Group Alpe Adria. Aufgehen kann dieser Deal schon. Nur den Beweis für eine nachhaltige Strategie der Bayern, den liefert er nicht.

Beispiele gefällig? Die Landesbank war bis zum Frühjahr 2002 an der kroatischen Rijecka Banka beteiligt, wo sie unter Mithilfe eines Chefbrokers Millionen verlor. Die Kroaten, die damals zum ersten Mal erlebten, dass auch westliche Ausländer Projekte in den Sand setzen können, wandten sich entsetzt ab. Die Bank erlitt einen drastischen Kundenverlust und musste für einen symbolischen Preis von einem Euro an den Staat zurückverkauft werden.

In Kroatien, wo auch die Hypo Group aktiv ist, jubelt deswegen niemand über den gestrigen Eigentümerwechsel. Damit nicht genug. Die Landesbank besaß eine Beteiligung an einer der größten Sparkassen Österreichs. Verkauft. Sie besaß fast die Hälfte der viertgrößten Bank des Nachbarlandes, der Bawag, und stieß sie ab. Geblieben ist ein Engagement der Bayern in Ungarn. Zur Ehrenrettung oder gar als Beweis für eine nachhaltige Strategie genügt das aber nicht.

Das alles spricht nicht gegen den Zukauf in Kärnten. Die Hypo Group Alpe Adria könnte sich mit ihren rasch wachsenden Märkten in Südosteuropa tatsächlich zum Wachstumstreiber für die BayernLB entwickeln. Es spricht aber dagegen, dass bei den Bayern das langfristige Denken sonderlich ausgeprägt ist. Vielmehr ist der Zickzackkurs ein untrügliches Zeichen dafür, dass bei der Landesbank vor allem die Politik das Sagen hat. Ein börsennotiertes Institut jedenfalls hätte außerordentliche Mühe, dieses Hin und Her seinen Aktionären zu erklären.

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