BenQ Mobile
Letzter Versuch

Die letzte deutsche Handymarke ist seit gestern Geschichte. Mit der neuen Strategie des insolventen Handyproduzenten BenQ Mobile verschwindet der Name bald aus den Regalen der Geschäfte.

Künftig wird die Firma, die ihre Mobiltelefone bisher unter dem Namen BenQ Siemens verkauft hat, nur noch für Fremde arbeiten. Die Münchener werden zum Entwicklungs-Dienstleister für Firmen, die unter ihrer eigenen Marke Handys anbieten. Die Neuausrichtung ist der letzte, verzweifelte Versuch, ein seit Jahren angeschlagenes Unternehmen doch noch zu retten. Ob das gelingt, hängt von vielen Faktoren ab. Einerseits ist es wichtig, dass BenQ Mobile jetzt schnell Kunden gewinnt. Denn nur mit genügend neuen Aufträgen kann Insolvenzverwalter Martin Prager den Betrieb in den nächsten Monaten aufrechterhalten.

Andererseits muss der Jurist in kurzer Zeit Investoren von dem Geschäftsmodell überzeugen. Erst wenn die Firma auf einem soliden finanziellen Fundament steht, wird sie im harten Konkurrenzkampf der Mobilfunkbranche wirklich mithalten können. Es gibt in der Elektronikbranche genügend Firmen, die mit einem solchen Ansatz gutes Geld verdienen. Zum Teil sind Unternehmen ohne eigene Marke und ohne große Werke sogar deutlich profitabler als Firmen, die von der Entwicklung über die Produktion bis zur Vermarktung alles selbst in die Hand nehmen.

Zugegeben, die Geschichte von BenQ Mobile, der früheren Handysparte von Siemens, spricht gegen einen solchen Erfolg. Alle Versuche, die Firma nach oben zu bringen, sind bisher gescheitert. Doch wenn zum neuen Geschäftsmodell jetzt auch noch ein neues, frisches Management kommt und ein finanzkräftiger Eigentümer, dann könnte das Vorhaben gelingen.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
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