Benzinpreise
Wenig Elastizität

Zum Jahresanfang werden sich Deutschlands Autofahrer wieder einmal als die Melkkühe der Nation vorkommen.

Der Anteil der Steuer am Endpreis für Benzin und Diesel erhöht sich durch die Aufschläge für die Mehrwertsteuer und den Biosprit erneut und nimmt in Europa Rekordwerte an. Die Autofahrer klagen mit Recht, aber sie haben auch selber Schuld. Kaum eine Nachfrage ist so preisunelastisch wie die Nachfrage nach Benzin. Selbst die Rekordpreise von Anfang August haben die Nutzung der geliebten vier Räder nicht gebremst. Die angekündigte erneute Preiserhöhung wird es auch nicht schaffen, zumal der Autosprit real immer noch billiger ist als in den siebziger Jahren.

Deshalb hat die Mineralölindustrie selten ein so gutes Argument für erneute Aufschläge gehabt wie jetzt. Steuerbegründete Preiserhöhungen lassen sich viel leichter an der Zapfsäule verkaufen als irgendwelche Engpässe bei Raffinerien im fernen Amerika. Dass der Benzinpreis im Januar erhöht wird, ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Welcher Konzern den Anfang macht ist letztlich egal – alle werden folgen. Regionale Preisunterschiede gibt es auch jetzt schon, die Abstände zwischen den einzelnen Marken vor Ort werden sich kaum verändern.

Umsteigeraktionen auf andere Verkehrsträger dürfte es kaum geben. Auch der öffentliche Nahverkehr hat saftige Preiserhöhungen angekündigt, teilweise mit ähnlichen Argumenten. Gekniffen sind lediglich die Tankwarte in den Grenzregionen zu den billigeren Nachbarländern wie Österreich oder Polen. Hier wird der Tanktourismus zunehmen. Die Mineralölkonzerne wird es nicht treffen. Ihnen kann es egal sein, ob sie ihr Benzin in Deutschland oder Polen verkaufen. Sie verdienen sich auch so derzeit goldene Nasen.

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