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Berufsleben: Karriere planen ist wie Krieg spielen

Karriere schafft man nicht durch Intelligenz und Fleiß allein. An die Spitze kommt der Stratege und der Netzwerker. Die Karriereleiter ist wie Kriegsführung. Doch man darf es auch nicht übertreiben.

Frank Wiebe
Frank Wiebe ist Handelsblatt-Korrespondent in New York.

Kennen Sie auch diese Manager, die einen großen Teil des Tages damit verbringen, die Beziehungen zu ihren Chefs zu pflegen? Oder noch besser: sich mit den Chefs ihrer Chefs anzufreunden, um irgendwann ihre Chefs beerben zu können? Diese Leute, die einfach genial darin sind, Beziehungsnetze zu knüpfen - und ebenso genial, wenn es darum geht, anderen die Arbeit zu überlassen, die sie eigentlich selbst erledigen müssten?

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Manche Leute machen Karriere, weil sie gut sind in ihrem Beruf. Andere machen Karriere, weil sie gut darin sind, Karriere zu machen. Auf manche trifft beides zu: Diese Leute haben das Zeug, es ganz nach oben zu schaffen.

Rund ums Büro1

Das Grundproblem ist: Niemand hat unendlich viel Zeit, Energie und Kreativität. Daraus folgt: Wer sich zu sehr darauf konzentriert, Karriere zu machen, der kann nicht seine ganze Energie in seine gegenwärtige Aufgabe stecken. Und umgekehrt: Wer sich völlig von seinem Job vereinnahmen lässt, hat kaum noch Zeit, sich um seine Karriere zu kümmern. Deswegen kann es im schlimmsten Fall so laufen, dass die einen ihren Job gut machen und damit den anderen ermöglichen, Karriere zu machen. Wer sich umschaut in seiner Firma, wird feststellen, dass dieser Fall gar nicht so selten ist. Und schlimm ist er deswegen, weil er die guten Mitarbeiter demotiviert und Leute nach oben bringt, die mit ihrem Karrieresprung dann überfordert sind.

Karriere macht man nicht allein durch Fleiß und Intelligenz. Man muss sich gegen Konkurrenten durchsetzen, Allianzen bilden - um sie dann im richtigen Augenblick wieder zu verlassen. Man erkämpft gemeinsam Positionen, zieht Verbündete nach. Aber sehr schnell wird der Verbündete wieder zum Konkurrenten - oder vielleicht ein ehemaliger Konkurrent zum Verbündeten. Sagen wir es ruhig offen: Bis zu einem gewissen Grad wird hier Krieg gespielt. Natürlich ist besser, ihn so ganz zivilisiert zu spielen als mit nackter Gewalt. Man kann es auch so formulieren: Manche Leute erarbeiten sich ihre Karriere - aber das gelingt nur selten. Andere erkämpfen sich die Karriere.

  • 22.10.2012, 10:43 UhrKKO

    ...weil Frauen seit Jahrtausenden ans Arbeiten gewöhnt sind...? Einspruch! Es sind nicht allein die Frauen, die hier so blöd sind und sich den Buckel krum arbeiten, nebenher die Kinder und den Haushalt schmeißen, die Oma pflegen und weil sie noch was zum Aufgleich braucht, sich ehrenamtlich in der Partei, der Gewerkschaft oder im Sportverein engagiert.
    Das wirklich interessante Fazit, das in Ihrem Beitrag angelegt ist, fehlt leider: Weil das System, in dem mann Karriere macht, seit Jahrtausenden von Männern festgelegt wird - werden Frauen heute nicht mehr mit Vereinsverboten oder Gesetzen zur Bevormundigung Steine in den Weg gelegt, sondern mit Zeitbudgets, gläsernen Decken und eine sich selbst reproduzierende Chef-Gemeinde.
    Und die Steine legen sich Frauen in den seltensten Fällen selbst in den Weg, auch wenn ihnen das gerne vorgeworfen wird. Außer Sie sind der Meinung, dass Kinder Steine im Weg sind. Dann hoffe ich, Sie haben eine gute Privatrente.

    Ich danke Ihnen auch, dass Sie sich als einer aus der wieder stärker werdenden Fraktion der Frauenbehinderer outen. Viele tun das sehr viel subtiler, schütteln dabei unserer blauäugigen Bundesministerin in Beratungsgremien die Hand, die die Frauen angeblich unterstützen sollen. Diesen Karrierekrieg gewinnen Sie dann wohl eher nicht, weil diese Menschen arbeiten subtiler. Sie wollen den Krieg nicht gewinnen? Nee, oder? Doch ein heimlicher Feminist? Oder grad in die Frauenfalle getappt?

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