BEZAHLFERNSEHEN
Überflüssiger Eingriff

Das Ansinnen des Bundeskartellamtes ist zumindest ehrenwert.

Mit dem Stopp für die Satelliten-Kooperation der beiden Pay-TV-Anbieter Premiere und Arena startet die Bonner Wettbewerbsbehörde den Versuch, für mehr Wettbewerb auf dem Markt der Bezahlsender zu sorgen.

Von einer Konkurrenzbeziehung zwischen beiden Unternehmen kann in der Tat keine Rede sein. Beide Sender strahlen gemeinsam die Spiele der Fußball-Bundesliga aus, außerdem hat sich Arena mit gut 15 Prozent an seinem Konkurrenten beteiligt. Die beiden Bezahlsender machen gemeinsame Sache, für die Kunden ist das nicht unbedingt die beste Ausgangslage. Doch damit ist noch lange nicht gesagt, dass das Einschreiten der Kartellbehörde auch ökonomisch sinnvoll ist. Es wäre zwar schön, gäbe es mit Premiere und Arena zwei miteinander konkurrierende Anbieter. Aber der Markt für Bezahlsender ist eng, dafür sprechen die Erfahrungen der meisten europäischen Länder. Ob in Großbritannien, Spanien oder Frankreich – meist gibt es nur einen Pay-TV-Anbieter pro Land.

Die Bezahlsender haben jedoch andere Konkurrenten, etwa große Telefon-Konzerne. Die Deutsche Telekom hat sich ebenfalls Übertragungsrechte im Fußball gesichert und konkurriert insofern mit den Bezahlsendern.

Mit der wachsenden Bedeutung des Internets wird es künftig noch weitere Konkurrenten auf diesem Feld geben. Warum sollten nicht auch Unternehmen wie Google oder Microsoft eines Tages aktive Anbieter im Fernsehmarkt werden?

Das Bundeskartellamt sollte sich deshalb der Kooperation von Arena und Premiere nicht länger entgegenstellen. Märkte ändern sich, das müsste auch die Behörde anerkennen.

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie
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