Bieterkampf um Endesa
Kommentar: Jenseits der wirtschaftlichen Vernunft

Im Übernahmekampf um Endesa gehen beide Parteien über die Grenzen der wirtschaftlichen Vernunft hinaus. Dreimal legte der deutsche Konzern inzwischen nach, um den Widerstand der Aktionäre zu brechen. Acciona und Enel konterten und stocken ihrerseits auf.

Zunächst legte Eon-Chef Wulf Bernotat nach und stockte seine Offerte von 38,75 Euro je Aktie auf 40 Euro auf. Anschließend konterten Enel und Acciona und teilten mit, sie planten eine Offerte von 41 Euro.

Eon bietet nun insgesamt 42 Mrd. Euro für den spanischen Versorger. Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten ist die Summe nicht mehr nachzuvollziehen. Zur Erinnerung: Vor rund einem Jahr war Eon mit 29 Mrd. Euro gestartet. Drei mal legte der deutsche Konzern inzwischen nach, um den Widerstand der Aktionäre zu brechen. Warum macht Bernotat das? Weil er verhindern will, dass ihm alle Felle davon schwimmen. Enel und Acciona dürfen ihre Offerte nach einem jüngsten Beschluss der spanischen Börsenaufsicht zwar erst in einem halben Jahr vorlegen, allein die Ankündigung soll aber die Endesa-Aktionäre vom Verkauf an Eon abhalten. Bernotat versucht inzwischen eine möglichst hohe Minderheitsposition aufzubauen und die Konkurrenten in Verhandlungen zu zwingen. Mit den Klagen, die er in Madrid und New York eingereicht hat, hat er dabei auch gar keine schlechten Karten. Macht das noch Sinn? Nein. Bernotat geht mit der neuen Offerte ein hohes finanzielles Risiko ein - mit immer geringeren Erfolgsaussichten. Ein Rückzug aus Spanien wäre die saubere Lösung.

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