Bilanz der Telekom
Kommentar: Alarmierende Zahlen

Telekom-Chef René Obermann wird die miesen Geschäftszahlen des Konzerns mit einem lachenden und einem weinenden Auge sehen.

Auf der einen Seite kann die Lage der Telekom gar nicht dramatisch genug sein, um der Gewerkschaft Verdi – und auch den eigenen Mitarbeitern – vor Augen zu führen, wie notwendig die geplante Umstrukturierung des Konzerns ist. Verdi wird heute aller Wahrscheinlichkeit nach erstmals seit der Privatisierung der Telekom 1995 zum Streik aufgerufen. Vor diesem Hintergrund ist es für Obermann nur hilfreich, wenn er belegen kann, wie groß der Druck ist, die eigenen Kosten zu senken.

Das allerdings ist ihm sehr eindrucksvoll gelungen. Die Zahlen sind tatsächlich alarmierend. Die Telekom hat sich nicht selbst schlecht gerechnet – das Geschäft läuft einfach miserabel. Das belegen Größen wie der sinkende Zahlungsmittelüberschuss (Cash Flow) aus dem ersten Quartal dieses Jahres. Der operative Cash Flow ist anders als der Überschuss weniger leicht zu manipulieren und gilt als wichtige Kennziffer für den Unternehmenserfolg. Hier hat die Telekom im ersten Quartal ein Viertel verloren.

Die Telekom steht mit dem Rücken an der Wand – das ist Fakt und kein Schrecken-Szenario im Kräftemessen mit Verdi. Den Streik auszuhalten ist für Obermann dabei noch das geringste Problem. Entscheidend wird sein, ob es ihm gelingt, endlich die Talfahrt auf dem Heimatmarkt zu beenden. Und da kommt dem Personalumbau eine Schlüsselfunktion zu.

Sandra Louven
Sandra Louven
Handelsblatt / Korrespondentin in Madrid
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