Boeing/Airbus
Kraftmeierei am Boden

Die Führungskrise sei vorbei, weist EADS-Co-Chef Tom Enders den Blick voreilig nach vorn – und übertüncht die Probleme, die keineswegs gelöst sind und Airbus jetzt wieder nach staatlicher Hilfe rufen lassen.

Zunächst in guter Tradition halten auf der Leistungsschau der Luftfahrtbranche in Farnborough die Erzrivalen Airbus und Boeing an alten Ritualen fest: industrielle Stärke zeigen, Optimismus verbreiten und zwei Konzepte gegeneinander ausspielen – das des Megaliners (Super-Airbus A380 gegen die aufgepeppte Boeing 747-8) und das eines neuartigen Jets im Segment 250 bis 350 Sitze (A350 gegen Boeing 787).

Die Europäer demonstrieren Zuversicht, indem sie auf Drängen von Großkunden ihre überarbeiteten Pläne für den Langstreckenjet A350 präsentieren und damit ihre Antwort auf den jetzt schon stark nachgefragten „Dreamliner“ der Amerikaner geben. Und Boeing attackiert das Pferd, auf das Airbus einen Großteil des künftigen Unternehmenserfolgs sattelt: die A380 (für 555 Passagiere). Zivilflugzeugspartenchef Alan Mulally spricht von bis zu 25 Interessenten für seine verlängerte Jumbo-Version 747-8 und gibt zu verstehen, diesen Markt nicht allein den Europäern überlassen zu wollen.

Klappern gehört zum Geschäft. Auch wenn Airbus sich nicht beeindrucken lassen will, muss es zuerst die Hausaufgaben bewältigen und braucht dazu vor allem zwei Dinge: Konstrukteure und Geld. Der Markt für Flugzeugingenieure ist leer gefegt, und die Entwicklungskosten liegen bei zehn Milliarden Dollar. Deshalb ruft Airbus nach Beihilfen und offenbart die Schwäche, das neue Flugzeug nicht aus eigener Kraft entwickeln zu können.

Damit braut sich neuer transatlantischer Streit über Flugzeug-Subventionen zusammen. Die Europäer brauchen einen langen Atem: Erst viele Jahre später wird sich zeigen, was aus den Ankündigungen aus Farnborough geworden ist.

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