Boeing
Kommentar: Geringe Absturzgefahr

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Liefertermine im Flugzeugbau einzuhalten ist ein Drahtseilakt. So manch mutige Neuentwicklung benötigt mehr Zeit, als es die Ingenieure in ihrer ersten Euphorie und unter dem Druck des Marktes geplant hatten. Die Verspätungen sind zwar ärgerlich, aber meist im Sinne der Kundschaft: Fluglinien und nicht zuletzt deren Passagiere sitzen in einem sicheren Flugzeug deutlich entspannter als in einem hurtig zusammengeschraubten Wundervogel. Nach all dem Kabelsalat mit dem Riesenvogel Airbus A380 erwischt es jetzt auch den großen US-Rivalen Boeing.

Wer auf ein weiteres Milliarden-Desaster und den nächsten Absturz eines vermeintlichen Höhenfliegers setzt, liegt aber aller Voraussicht nach daneben. Vergleicht man die Programme Airbus A380 und Boeing 787, werden mehr Unterschiede als Parallelen offenkundig. Die entscheidende Differenz: Boeing erwartet nun einige Monate Verzögerung, von denen ein Großteil noch in der Pufferzone liegen dürfte. Airbus indes fiel durch massive Installationsprobleme um zwei ganze Jahre hinter seinen Zeitplan zurück – ein Fiasko nicht nur für den Flugzeugbauer, sondern auch für die Erstkunden.

Zwar muss auch die für Mai 2008 geplante Erstauslieferung der Boeing 787 inzwischen infrage gestellt werden. Gegen ein Desaster à la A380 spricht jedoch, dass Boeing aus Angst vor der US-Börsenaufsicht SEC offener kommunizieren muss als Airbus. Bisher deutet nichts darauf hin, dass der US-Flugzeugbauer ein sich abzeichnendes Debakel unter den Tisch kehren könnte. Hinzu kommt: Der US-Konzern sitzt auf mehr als 700 Bestellungen für den „Dreamliner“ – ein Verkaufserfolg, der die müde einlaufenden Aufträge für den Prestigeflieger A380 weit in den Schatten stellt.

eberle@handelsblatt.com

Matthias Eberle
Matthias Eberle
Handelsblatt / Ressortleiter Ausland

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