Börse
Kommentar: Der Dax ist zu klein

Wenn Investoren billige Aktien sehen, kaufen sie solche Titel. Wenn große Fondsgesellschaften nach dieser simplen Devise handeln, hat das für deutsche Aktien dramatische Folgen.

Wenn Investoren billige Aktien sehen, kaufen sie solche Titel. Wenn große Fondsgesellschaften nach dieser simplen Devise handeln, hat das für deutsche Aktien dramatische Folgen. Denn Deutschland gehört zwar trotz aller Wachstumssorgen immer noch zu den sieben größten Industrienationen, weshalb sich Großinvestoren den Finanzplatz Frankfurt sehr genau ansehen. Doch die Börsenkapitalisierung, also der Wert aller Aktiengesellschaften, läuft hier zu Lande nur unter ferner liefen. Schuld ist die Baisse in den vergangenen drei Jahren, die Deutschland mehr als alle anderen großen Finanzplätze traf.

Nachbarländer wie Großbritannien und Frankreich haben hinsichtlich des Marktwerts ihrer börsennotierten Unternehmen längst das größte Euro-Land überholt. Sogar Australien, dessen Bruttoinlandsprodukt nur ein Drittel vom deutschen ausmacht, lief Deutschland davon. Wenn also die großen britischen und amerikanischen Fonds Deutschland jetzt wieder entdecken, kommt es zu Kursexplosionen. Denn ein schwergewichtiger Investmentfonds kauft nicht 100 oder 1 000 Aktien einer Gesellschaft, sondern mehrere Millionen Stück im Wert von vielen Millionen Euro. So etwas verursacht im Deutschen Aktienindex (Dax) größere Kursturbulenzen als im amerikanischen Dow Jones, wo zwei Aktien wie Exxon und Citigroup soviel kosten wie alle deutschen Blue Chips zusammen.

Wie groß die Folgen wirklich sind, zeigt sich, wenn die Fonds ihre Positionen wieder verkaufen – weil sich beispielsweise die Rahmenbedingungen in Deutschland und für die Unternehmen nicht so bessern wie jetzt vermutet. Dann droht dem Dax ein neuer Absturz. Das ohnehin angeschlagene Vertrauen in den deutschen Aktienmarkt würde weiter ramponiert.

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