Börse und Rezession
Einsteigen, wenn es schlecht läuft

Die Börsen leiden unter der Schuldenkrise. Kluge Anleger aber wissen: Man sollte einsteigen, wenn es schlecht läuft und das Angebot größer ist als die Nachfrage. Denn auf Dauer wird die Krise die Aktien beflügeln.
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DüsseldorfFast 1000 Punkte hat der Dax seit seinem Hoch im März verloren. Die 30 deutschen Unternehmen sind gut 100 Milliarden Euro weniger wert als noch vor acht Wochen. Die Hausse ist vorbei, der beste Jahresstart des Dax nur noch Geschichte.

Die Staatskrise in Griechenland, die drohende Pleite des Landes und die Wahl in Frankreich haben aufgedeckt, dass Sparversprechen nichts wert sind, wenn das Volk seine Zustimmung verweigert. Das zeigen der Zulauf für die radikalen Parteien in Griechenland und Frankreichs neuen Präsidenten François Hollande, der seine europäischen Partner von Konjunkturprogrammen auf Pump zu überzeugen versucht.

Anleger sorgen sich zu Recht, dass auf Jahrzehnte hinaus vereinbarte Schuldenbremsen nur bis zur nächsten Wahl gültig sind. Das schürt Unsicherheit, untergräbt das Vertrauen, trübt die Stimmung in den Unternehmen und droht die Euro-Zone in eine tiefe Rezession zurückzuwerfen.

Dieser düsteren Perspektive für die künftigen Firmengewinne und damit auch die Aktienkurse stehen aber langfristig gute Aussichten an der Börse gegenüber - ausgelöst ausgerechnet durch die Schuldenkrise. Je mehr sie eskaliert, desto mehr steigen zwar die kurzfristigen Risiken. Doch gleichzeitig verbessern sich langfristig die Chancen für die Anlage in Unternehmen.

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Einsteigen, wenn es schlecht läuft

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Lehren aus der Schuldenkrise

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  • Der Artikel:Einsteigen wenn es schlecht läuft!,gefällt mir sehr gut.In Tiefen einsteigen und in Höhen aussteigen ist das richtige Konzept.Auch mittelständige und kleine Unternehmen sind lohnenswert,da sie zum größtenteil sehr verantwortungsvoll wirtschaften im Gegensatz zur Politik.

  • Endlich mal ein vernünftiger Artikel! Man sollte kaufen, wenn es günstig ist und verkaufen, wenn es teuer ist. Das lässt sich zwar nicht zu 100% umsetzen. Ich kann mir aber an der allgemeinen Bewertung ansehen, ob ein Markt günstig bewertet ist... Buffett zum Beispiel interessiert Makroökonomie nicht, und der sollte es wissen... Ein weiterer Aspekt, der mir in der allgemeinen Krisenstimmung viel zu kurz kommt, den Artikel aber sinnvoll ergänzen könte: Verschlimert sich die "gefühlte" Eurokrise, dann sinkt der Euro. Sinkt der Euro, dann machen exportorientierte Unternehmen größere Gewinne, werden also wertvoller. Insofern kann man sich genauso freuen, wenn der Euro sinkt: Es ist eine prima Konjunkturspritze...

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