Börsen
Das Endspiel

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An einer Übernahme der Londoner Börse LSE haben sich schon etliche Interessenten die Zähne ausgebissen. Die Deutsche Börse kann nach ihren zwei erfolglosen Versuchen ein Lied davon singen. Nun gibt auch die US-Börse Nasdaq auf und versucht, mit dem frei werdenden Geld wenigstens im Übernahmekampf um den schwedischen Börsenbetreiber OMX zu punkten. Nachdem jetzt die Dubaier Börse alles daransetzt, um den Amerikanern die Schweden wegzuschnappen, bleibt Nasdaq-Chef Robert Greifeld nichts anderes übrig, als sich auf eine Sache zu konzentrieren.

Wenigstens im Fall OMX will er obsiegen. Er wird daher jeden Penny aus dem Verkauf des LSEAktienpaketes benötigen. Auch bleibt die Management-Kapazität eines Unternehmens begrenzt, wenn sich die Situation derart zuspitzt, wie das in den letzten Tagen passiert ist. Hier besitzt die OMX eindeutig Vorrang, da auch die schwedischen Vorstände in den Amerikanern den Wunschpartner sehen. Die Hedge-Fonds zögern jedenfalls nicht und versprechen sich eine gute Rendite. Sie sind angeblich bereits mit 25 Prozent bei OMX eingestiegen. Greifeld stellt sich mit dem angekündigten Verkauf des LSE-Pakets auf ein heißes Bietergefecht ein.

Dass die Nasdaq bei der Londoner Börse mit der „Eisernen Lady“ Clara Furse an der Spitze mit ihrer unerwünschten Übernahmeofferte nicht landen würde, war spätestens klar, nachdem die Aktionäre den Kauf der italienischen Börse genehmigt hatten. Die Deutsche Börse kann sich zurücklehnen und beobachten, wie es weitergeht. An der OMX hat sie kein Interesse, zu sehr ähneln sich die Geschäftsmodelle. Und ein Einstieg bei der LSE über den Kauf des Nasdaq-Pakets ist nur sinnvoll, wenn Frau Furse bei einer Fusion mitziehen würde oder ihre Tage gezählt wären. Doch danach sieht es nicht aus.

Robert Landgraf
Robert Landgraf
Handelsblatt / Chefkorrespondent Finanzmärkte

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