Börsenentwicklung
Gefährliche Sorglosigkeit

Ganze drei Wochen ist der Kurssturz an den Aktienmärkten her, da ist er bei den Anlegern schon wieder Geschichte: Die chinesischen Börsen, wo das Beben seinen Ursprung nahm, sind wieder auf Rekordkurs, in Japan schwindet die Angst vor einem starken Yen und eine US-Immobilienkrise ist seit den gestrigen Worten von Fed-Chef Ben Bernanke kein Thema mehr.

Da erscheint es konsequent, dass erste Analysten ihre alten Kursziele zurück aus der Schublade holen und den Dax bald wieder über der Marke von 7 000 Punkten sehen, von wo aus er seine Korrektur gestartet hatte.

Aber sind die Börsen wirklich über den Berg? Einiges spricht dafür, dass dies nicht der Fall ist. Denn an den Belastungsfaktoren, die im jüngsten Mini-Crash in den Vordergrund gerückt wurden, hat sich unter dem Strich nichts geändert.

Das gilt vor allem für die Frage, wohin die US-Konjunktur und der dortige Immobilienmarkt steuern. Den verhaltenen Optimismus von Fed-Chef Bernanke, der kein Übergreifen der Hypothekenkrise auf andere Segmente erwartet, teilen längst nicht alle Volkswirte.

Geblendet von der Aussicht auf sinkende Zinsen in den USA lassen die Börsen aber sämtliche Risikofaktoren unbeachtet. Diesen Fehler haben die Anleger bereits in den vergangenen Monaten gemacht - und wurden von der Korrektur bestraft.

Ralf Drescher
Ralf Drescher
Handelsblatt.com / Teamleiter Finanzen (bis 29.2.2012)
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