Börsenpläne
Bahn braucht Ehrlichkeit

Die Heuchelei in der politischen Diskussion um die Zukunft der Bahn ist oft unerträglich. Auf der einen Seite soll das Unternehmen profitabel werden und mit einem baldigen Börsengang möglichst viel Geld in die leeren Kassen des Bundes spülen. Auf der anderen Seite soll sie einen sehr umfangreichen verkehrspolitischen Auftrag erfüllen, nämlich möglichst viele Autofahrer zum Umstieg auf die Schiene bewegen und ein flächendeckendes Transportnetz betreiben.

Dass die beiden Zielvorgaben in einem gewissen Konflikt zueinander stehen, leuchtet unmittelbar ein. Diesen Konflikt kann letztlich nur die Politik beseitigen, indem sie sich entscheidet, in welche Richtung sie will: Hin zu einer flächendeckenden Staatsbahn mit nicht kostendeckenden Preisen, die allerorten eine wirklich attraktive Alternative zum Pendeln oder Reisen mit dem eigenen Auto darstellt oder hin zu einer profitablen Privatbahn, die rein nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten entscheidet, welche Leistungen sie anbietet und welche Strecken sie baut. Also, Ehrlichkeit ist gefragt!

Dirk Hinrich Heilmann
Dirk Heilmann
Handelsblatt / Chefökonom
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