Börsenregeln Sind die alten Weisheiten überholt?

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Die Bestätigung einer alten Börsenregel

2011 war nur die Bestätigung der alten Börsenregel: Aktien schwanken umso mehr, je ungewisser Anlegern die Zukunft erscheint. Eine weitere Börsenregel blieb gültig: Defensive Aktien schwanken in nervösen Zeiten weniger und halten sich besser als der Rest. Gemeint ist, dass die Anteilsscheine von Firmen, deren Erträge gut vorhersehbar sind und langsam, aber stetig steigen, in schwierigen Zeiten gefragt sind. Dazu zählten 2011 der Pharmahersteller Merck, der Gesundheitsspezialist Fresenius, dessen Tochter FMC und der Markenartikler Beiersdorf. Im Dow Jones waren es die Fast-Food-Kette McDonald’s, der Pharmariese Pfizer und der weltgrößte Baumarktbetreiber Home Depot. Der Grund: Die Unternehmen stellen Produkte her, die in der Rezession und im Aufschwung gekauft werden.

Selbst die Tatsache, dass diese Jahresgewinner, abgesehen von Merck, nach den üblichen Bewertungsmaßstäben zu den teuren Aktien zählen, hat Anleger nicht gestört. Gemessen am Nettogewinn, bezahlen Anleger für diese Aktien rund doppelt so viel wie für BMW, Daimler und VW.

Doch auch das ist nur die Bestätigung einer alten Börsenregel: Anleger meiden wachstums- und konjunkturempfindliche Aktien, wenn die Zeiten unsicher sind. Ihre Zeit kommt erst dann, wenn Anleger die Zukunft besser als die Gegenwart einschätzen. So war es schon vor 300 Jahren mit der Oostindischen Compagnie und vor 100 Jahren mit General Electric.

Viele Börsenregeln sind also noch gültig. Genauso wie die erste und älteste Börsenregel: Aktienkurse werden vom Vertrauen in die dahinter stehenden Unternehmen getrieben. Die Wall Street, also der mit Abstand wichtigste Finanzmarkt, steht trotz aller Schwankungen und Staatspleiten-Ängste zum Ende des Jahres genau da, wo sie auch schon vor zwölf Monaten notierte. Das zeigt: Bei aller Nervosität haben viele Investoren erkannt, dass die Konzerne mehr Vertrauen verdienen als die meisten Industriestaaten. Angesichts so hoher Bargeldbestände wie noch nie, üppiger Gewinne, niedriger Verschuldung, solider Bilanzen und guter Position in den Schwellenländern haben sich die Aktienkurse in den USA zu Recht stabil gehalten. Trotz vieler Zukunftssorgen.

Für die Dax-Konzerne gilt auf der Positivseite mindestens dasselbe wie für die großen Unternehmen in den USA. Deshalb verheißt die Vorlage der Wall Street für den Dax, der im Jahresverlauf 15 Prozent eingebüßt hat, mehr Gutes als Schlechtes im neuen Jahr.

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11 Kommentare zu "Börsenregeln: Sind die alten Weisheiten überholt?"

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  • das kann mann ganz leicht steuern uber steuer kurzfristige gewinne mit 50% steuer ab Jahr halte dauer 25% und ab Jahre steuerfreie gewinne wetten der markt beruhigt sich von selbst!
    aber unsere Politik will das bestimmt nicht!

  • Wer seine Unternehmung über den Kapitalmarkt finanziert, der muß in der Flaute damit rechnen, daß der Geldgeber abspringt und die Gesamtsituation noch schlechter wird.
    Anders ist es, wenn der Geldgeber gleichzeitig Mitinhaber ist. Der springt nicht ab. Der erarbeitet sich seine Dividende.

  • Genauso sehe ich das auch.
    Als Kleinanleger ist man immer in denselben getreten.
    So schnell können sie garnicht reagieren, wie die Kurse schwanken.
    Ich kann nicht den ganzen Tag am Computer sitzen und die Börse verfolgen. Und abends ist es meistens schon gelaufen.

    Und defensiv? Ich habe RWE-Aktien, von denen ich dachte, sie seien defensiv. Der Kursverlust summiert sich auf nahezu 50 %. Auch schon vor dem Atomausstieg sind sie kräftig gefallen.

    Mir reicht es.

  • Genauso sehe ich das auch.
    Als Kleinanleger ist man immer in denselben getreten.
    So schnell können sie garnicht reagieren, wie die Kurse schwanken.
    Ich kann nicht den ganzen Tag am Computer sitzen und die Börse verfolgen. Und abends ist es meistens schon gelaufen.

    Und defensiv? Ich habe RWE-Aktien, von denen ich dachte, sie seien defensiv. Der Kursverlust summiert sich auf nahezu 50 %. Auch schon vor dem Atomausstieg sind sie kräftig gefallen.

    Mir reicht es.

  • Solange bis zu 80% des aktienhandels über hochfrequenzalgorithmen der hedgefonds abläufen, die alle den gleichen technischen "signalen" nachlaufen und mit 10fachem Hebel veruschen aus 1% Kursbewgung 10% Tagesgewinn herauszuschlagen, ist der privatanleger verratzt und kann nur noch Sparbuch und Goldmünzen hüten. Die Ausschläge in den aktienmärkten werden in zeiten des kostenlosen Geldes der EZB, von allen zentralbanken schamlos manipulierten Märkten für Staatsanleihen, Devisen,Papiergold und Papiersilber nur noch zunehmen. Finger weg von Aktien!

  • ..."Wir bewegen uns weg vom Zeitalter der Dinge"...
    ____________________________

    Auch Gedanken sind Dinge.


    Daher lobt man sich auch gegenwärtig stets einen Blick in die Goebbels-Tagebücher: weniger aus Begeisterung sondern lediglich, um sich zu vergegenwärtigen wer hier auch heutzutage das Sagen wünscht.

  • Dynamisch vernetzte Systemstrukturen kann man nicht mit konventionell-traditioneller Denke lösen. Wir bewegen uns weg vom Zeitalter der Dinge, Teile und scheinbar unabhängig voneinander exitierender Probleme und damit verbundener, falsch gelernter Symptombekämpfung.

    Die Neue Zeit basiert auf vernetztem Denken und Handeln in dynamisch vernetzten Zusammenhängen, wechselseitigen Abhängigkeiten, kybernetischen, symbiotischen, synergetischen und kausalen Wirkprinzipien.

  • Schwankungen sind nun mal nicht gleich erlittene Verluste. Die große Bevölkerunghsmehrheit beteiligt sich seit Jahren nicht mehr am Aktienhandel. Sollte und müßte sie aber, wenn es auch nur eine spekulative Chance gäbe.
    Dann wäre der Markt gut aufgestellt.
    Und so entlarvt sich für das HB des Pudels Kern.
    Ein DAX-Verlust von 15% p.a. sind ein vertrauensvernichtendes Desaster deutscher Anteilsscheine.
    Bei Lesen der Banken-Einschätzungen finde ich auch nicht eine, die nach meiner persönlichen Einschätzung verwertbar wäre. Selbst dort scheinen die Kochrezepte eines RWI, ifW, IWH, Ifo und eines HWWI wie blanker Hohn und lesen im Kaffeesatz.
    Die auch in 2012 zu erwartende verschlimmerte Rezession in den EU-Südländern läßt böses Erahnen.
    Mein Credo: AUF EIN BESSERES 2013 HOFFEN!

  • sind die HB leser dumm? nein. auf welchem planeten lebt der kommentator und vor allem in welchem jahr. 2001 oder 2011, das ist hier die frage. einen solchen kommentar hätte der honorige schreiberling in 2001 abgeben können, als der hochfrequenzhandel anfing. wir leben nunmal in 2011, da haben ganz andere börsenweisheiten (gewinnbringende) gültigkeit und nicht die, der vergangenen 80/50 jahre. der höchfrequenzhandel zum beispiel verursachte die kursschwankungen, insbesondere die vom (6.mai 2010) wer da glaubt mit seinem wissen der altzeit heute noch was zu verdienen irrt sich gewaltig und wird gnadenlos abgezockt und wendet sich von der börse ab, weil er es nicht mehr vesteht. es wird mit solchen kommentaren so getan, als sei die welt stehen geblieben und blendet den hochfrequenzhandel wohlweislich aus, um neue dumme für's "system" zu mobilisieren und deren knete abzukassieren. für viele HB leser sind derartige komments überflüssig.nach vorn schauen und nicht nach hinten lautet die devise. frohes neues jahr dann auch

  • Eine Weisheit gilt immer noch: lächle, es hätte schlimmer kommen können. Ich lächelte und es kam schlimmer.
    Ansonsten hebe ich mir die Prognosen wieder auf, um die Analysten (mit Betonung auf den ersten 4 Buchstaben)Ende 2012 überprüfen zu können. Da gibt es doch bemerkenswerte Aussagen von der Truppe des "Chef"-Volkswirt der Postbank, die in der Vergangenheit nur daneben gelegen haben (4 Tage nach Lehman wurde DAX 8000 per Ende 2008 proklamiert) mit einem Plus von gut 20 %. Da die Stimmung beschissen ist, könnte es diesmal für diese Erbsenzähler aufgehen.

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