Börsenturbulenzen
Spekulationsbremse für Tech-Werte

Seit einer Woche kennen die weltweiten Börsen nur noch den Rückwärtsgang. Ganz unerwartet kommt der Rückschlag nicht, hatten doch viele Investmentbanken in ihren Jahresausblicken eine Korrektur im ersten Halbjahr vorhergesagt. Aber die Heftigkeit, mit der die Kurse fallen, überrascht. Binnen weniger Tagen hat der Dax rund acht Prozent an Wert eingebüßt.

Verglichen mit den anderen deutschen Indizes hat sich der Dax damit noch am besten gehalten. Vor allem die Technologiewerte im TecDax hat es mit einem Minus von mehr als zwölf Prozent böse erwischt. Dabei hatten Tech-Investoren gerade wieder Hoffnung geschöpft. Angetrieben von hohen Kursgewinnen bei Solar- und Windkraftaktien nahm der TecDax zielstrebig Kurs auf die Marke von 900 Punkten. Selbst lange Zeit verschmähte Aktien wie die des Chipanlagenbauers Aixtron fanden neuen Anklang und glänzten mit deutlichen Aufschlägen. Nach Jahren der Zurückhaltung waren die Anleger zuletzt wieder stärker bereit, Zukunftsphantasie im Vergleich zu Fundamentaldaten und Bewertungen mehr Bedeutung zu geben.

Der plötzliche Ausverkauf an den Börsen hat die Investoren nun zurück in die Realität geholt. Und genau die Aktien, die zuletzt besonders gefragt waren, führen jetzt die Verliererlisten an. So schmerzhaft die Verluste sind, wahrscheinlich kommen sie genau zur richtigen Zeit, um die Spekulation im TecDax zu bremsen. Der Begriff der „gesunden Korrektur“ ist seit vergangenem Dienstag häufig gefallen, für die deutschen Tech-Werte trifft er auf jeden Fall zu.

Ralf Drescher
Ralf Drescher
Handelsblatt.com / Teamleiter Finanzen (bis 29.2.2012)
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