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Böse Erinnerungen

Schwedens Telekommunikationsausrüster Ericsson warnt seine Anleger vor niedrigeren Gewinnen, und die Aktie verliert ein Viertel ihres Wertes. Solch ein Einbruch erinnert an die turbulenten Zeiten nach der Jahrtausendwende: Erst drehten die einzelnen Kurse nach unten, dann der gesamte Markt.
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Auch damals vermochten herabgesetzte Prognosen die Kurse derart in die Knie zu zwingen. Am Ende erlebten wir die größte Baisse seit mehr als 70 Jahren. Droht dasselbe Schicksal wieder?

Richtig ist, dass die Märkte nervöser sind als in den vergangenen drei Jahren. Das zeigte bereits eine ähnliche Ertragswarnung des deutschen Stahlhändlers Klöckner & Co. Doch richtig ist auch, dass die Börsen heute nicht mit der Zeit nach der Jahrtausendwende vergleichbar sind.

Aktuell kosten die Anteilsscheine der europäischen und amerikanischen Konzerne zwar im Durchschnitt genauso viel wie vor sieben Jahren, nimmt man den bloßen Aktienkurs als Maßstab. Aber: Die Firmen verdienen inzwischen mehr als doppelt so viel wie damals. Das heißt, die Unternehmen sind halb so hoch bewertet wie einst. Das ist der beste Schutz gegen massive Kursverluste auf breiter Front.

Dennoch sollte niemand eine Reaktion wie bei Ericsson auf die leichte Schulter nehmen. Sie signalisiert die Sorge vieler Anleger, dass die Ertragswarnung keine Eintagsfliege bleiben könnte, sondern der Beginn vom Ende des langen Aufschwungs.

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