BP
Alte Sünden

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Wie passt das zusammen? Der Ölpreis klettert auf immer neue Höchststände, überstieg jüngst erstmals die Marke von 90 Dollar je Barrel. Und der britische Ölkonzern BP meldet dennoch einen drastischen Gewinneinbruch. Die Antwort ist simpel: Die Probleme des Unternehmens sind zum größten Teil hausgemacht. Den neuen Vorstandschef Tony Hayward holen schlicht die Sünden der Vergangenheit ein.Das Unternehmen ist, geblendet von den einst sprudelnden Gewinnen, zu schwerfällig geworden, sitzt auf zu hohen Kosten und hat zu wenig investiert. Es ist nicht in der Lage, selbst verschuldete oder ungeplante Produktionsausfälle zu kompensieren.

Im dritten Quartal, als der Ölpreis im Durchschnitt um über sechs Prozent höher lag als ein Jahr zuvor, kämpfte Europas zweitgrößter Ölkonzern deshalb mit massiven Produktionsproblemen. Wichtige Öl- und Gasprojekte verzögerten sich, große Raffinerien in den USA fielen weiter aus. Wie BP müssen zwar auch andere Branchenriesen in diesem Quartal Einbußen hinnehmen. Auch Shell und vermutlich sogar Branchenprimus Exxon-Mobil werden über einen Rückgang der Gewinne berichten. Die Rendite von BP hinkt nach Haywards Einschätzung aber seit Jahren dem Branchendurchschnitt hinterher. In dieser Form soll das dritte Quartal für BP allerdings ein Ausrutscher sein. Die Reperaturarbeiten an den Raffinerien sollen zügig beendet werden. Zudem hat Konzernchef Hayward dem Unternehmen eine harte Sanierung verordnet, die bereits im laufenden Quartal erste Früchte tragen, spätestens aber im kommenden Jahr den Konzern voran bringen soll. Er hat die Strukturen vereinfacht, sein Unternehmen soll wesentlich effizienter arbeiten und damit die Rentabilität wieder nachhaltig heben.

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