Britischer Außenminister Johnson Boris, der Brückenbauer

Der britische Außenminister hat ein Faible für visionäre Projekte. Nun hat Boris Johnson eine neue Idee: Eine Brücke zwischen Großbritannien und Frankreich. Das ist nicht Johnsons erste Brücken-Idee. Ein Kommentar.
2 Kommentare
Boris Johnson, der Brückenbauer Quelle: AFP
Boris Johnson

Sein Projekt der Londoner „Gartenbrücke“ wurde im vergangenen Sommer offiziell als gescheitert erklärt.

(Foto: AFP)

LondonDer britische Außenminister Boris Johnson wird nicht müde, für die „großartigen Chancen“ des EU-Ausstiegs zu werben. Doch er ist nicht nur ein Fan des Brexit – auch für visionäre Bauprojekte kann sich der Politiker mit den blonden Wuschelhaaren begeistern. Sein jüngster Vorschlag wird von den Briten aber eher skeptisch gesehen. Johnson nutzte den Besuch des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, um öffentlichkeitswirksam den Bau einer Brücke über den Ärmelkanal vorzuschlagen.

„Unser wirtschaftlicher Erfolg ist abhängig von guter Infrastruktur und guten Verbindungen. Sollte der Tunnel durch den Kanal nur ein erster Schritt sein?“ Britische Medien berichten, der Politiker finde es „lächerlich“, dass das Vereinigte Königreich nur durch den Eurotunnel mit dem europäischen Kontinent verbunden sei.  An der engsten Stelle, an der Straße von Dover, trennen die beiden Landmassen 34 Kilometer.

Die neue Brücke ist nicht Johnsons erste visionäre Idee, die britische Insel mit dem europäischen Festland stärker zu verbinden. Bereits vergangenes Jahr soll sich Johnson für eine „unterirdische Autobahn“ ausgesprochen haben – nicht zuletzt als symbolischer Akt, um zu demonstrieren, dass sich Großbritannien zwar aus der Europäischen Union verabschiedet, nicht aber seine Beziehungen zu dem Kontinent kappen wolle. Seit dem Brexit sind britische Politiker bemüht, ihre engen und guten Verbindungen zu anderen Ländern zu stärken.

Es ist auch nicht das erste Mal, dass über eine Brücke zwischen Großbritannien und Frankreich diskutiert wird. Bereits 1981 war in London über ein solches Projekt nachgedacht worden. Allerdings wurden die Vorschläge damals als „nicht praktikabel“ zu den Akten gelegt. Denn der Ärmelkanal zählt zu den meistbefahrenen Wasserstraßen der Welt – weswegen es immer wieder zu Unfällen kommt.

Architekt und Universitätsprofessor Alan Dunlop steht den Überlegungen des britischen Außenministers daher äußerst skeptisch gegenüber. „Es wäre einfacher und günstiger, Frankreich zu verschieben“, zitiert ihn die „Times“. Der frühere Brückendesigner und ehemalige Präsident der Institution of Structural Engineers, Ian Firth, sagte der BBC, dass es ein „immenses Unterfangen“ sei – aber immerhin „absolut möglich“.

Mehrfach bereits hatte Boris Johnson eine Vorliebe für visionäre Bauten gezeigt. Etwa bei dem Projekt der Londoner „Gartenbrücke“, das er in seiner Zeit als Londoner Bürgermeister unterstützt hatte. Die Brücke sollte als Fußgängerbrücke über die Themse gehen und zwei Stadtteile miteinander verbinden. Schon in der Planungsphase zeichnete sich aber ab, dass die Kosten für das Projekt sehr viel höher ausfallen würden als anfangs gedacht.

Im Sommer vergangenen Jahres wurde das Vorhaben offiziell für gescheitert erklärt. Allerdings waren da bereits Kosten in Höhe von 46 Millionen Pfund (52 Millionen Euro) angefallen, die vom Steuerzahler übernommen werden mussten. Ein „Debakel“, wie nun Architekturprofessor Dunlop meint. „Man sollte meinen, dass Boris Johnson danach von der Idee Abstand nimmt, weitere Brücken bauen zu wollen. Ein kluger Mensch würde das tun.“

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2 Kommentare zu "Britischer Außenminister Johnson: Boris, der Brückenbauer"

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  • BRITISCHER AUSSENMINISTER JOHNSON
    Boris, der Brückenbauer
    Der britische Außenminister hat ein Faible für visionäre Projekte.

    .....................

    England soll lieber bei sich seine EXPORT HÄFEN ERNEUERN UND ERWEITERN um mit dem Rest der Welt nach dem BREXIT an diese EU die Stirn zu bieten zu können !!!


  • "Boris, der EU-Brückenabreißer"

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