Bundesbank
Tanz ums goldene Kalb

Der Goldstreit zwischen Bundesbank und Bundesregierung ist beigelegt; wirkliche Gewinner sucht man vergebens. Ein Verlierer dagegen steht fest: die junge Generation. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hat durch Gehaltskürzungen der Bundesbank einen Beitrag zur Haushaltskonsolidierung abgetrotzt. Das hat er allerdings anfangs so ungeschickt angestellt, dass sogar der DGB der Bundesbank zur Hilfe eilte. In Sachen Gold reiht er sich in die Reihe der Finanzminister ein, die vergebens versucht haben, die Bundesbank von einer aus ihrer Sicht sinnvollen Verwendung dieses Vermögens zu überzeugen.

Die Bundesbank wird deshalb für sich verbuchen, ihr Gesicht gewahrt zu haben. Der Preis dafür ist der Verzicht auf die Möglichkeit, das Goldvermögen in seiner Substanz zu erhalten und dennoch den Ertrag für sinnvolle Investitionen zu mobilisieren. Das sah Steinbrücks karg formulierter Thesaurierungsvorstoß vor. Die Bundesbank lehnte ihn ab, weil er offenbar keine ausreichende Garantie dafür bot, dass ein über Jahrzehnte angesammeltes Volksvermögen nicht für laufende Staatsausgaben verpulvert wird.

Leidtragender der unendlichen Goldgeschichte ist die junge Generation. Der Vorschlag des früheren Bundesbankpräsidenten Ernst Welteke, mit den Golderlösen eine Bildungs- und Forschungsoffensive zu bestreiten, liegt nach wie vor auf dem Tisch. Er scheitert nicht an konzeptionellen Mängel, sondern an mangelnder Einsicht der Beteiligten. Die derzeit aktive Generation hat das Bundesbank-Gold nicht erarbeitet. Es für die junge auszugeben wäre ein kleiner Ausgleich für die Belastungen, die wir ihr hinterlassen. Es ist ein Armutszeugnis sondergleichen, dass die Verantwortlichen nicht im Stande sind, sich auf eine Investition in Deutschlands Zukunft zu einigen.

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