Bundespolitik
Angie darf lächeln

Es ist schon spektakulär: SPD und Union erleben in diesen Tagen unvorstellbare Erschütterungen. Zwei der drei an der großen Koalition beteiligten Parteichefs haben sich unter schimpflichsten Bedingungen vom Schlachtfeld verabschieden müssen. Die künftige Kanzlerin müsste eigentlich verzweifeln, sollte man meinen. Doch während sich der Pulverdampf lichtet, zeigt sich: Wie so oft in ihrer Karriere ist Angela Merkel im Moment ihrer größten Verlassenheit stärker als je zuvor.

CSU-Chef Edmund Stoiber ist für die nächste Zeit zu einem politischen Gespensterdasein verdammt. Franz Müntefering bleibt in der Pflicht, am Erfolg Merkels und ihrer Koalition mitzuwirken. Sein Nachfolger Matthias Platzeck ist wie Merkel Brandenburger, unverbraucht und könnte Merkels gefährlichste Blöße abdecken – ihrem Mangel an Vertrauenspersonen in den Reihen ihrer Partner. Zudem hat sie damit den Hoffnungsträger der SPD für 2009 mit im großkoalitionären Boot, was die rot-rot-grünen Optionen der SPD mindert. Merkel hat Grund zu lächeln.

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