Bundestagswahl 2005
Union sackt ab - Koalition völlig offen

Sieg und Niederlage für Angela Merkel: Die Union hat die Bundestagswahl zwar gewonnen, kann den Hochrechnungen zufolge aber keine Koalition mit der FDP bilden - obwohl die Liberalen viel besser abschnitten, als erwartet.

HB BERLIN. Nach Hochrechnung von ARD und ZDF erzielten CDU und CSU bei der Bundestagswahl mit 35,0 bis 35,2 Prozent ein schlechteres Ergebnis als 2002. Ihr Wunsch-Koalitionspartner FDP kam auf 10,0 bis 10,1 Prozent nach 7,4 Prozent 2002 und wird drittstärkste Kraft im Bundestag. Die SPD büßte um die fünf Prozentpunkte auf 34,1 bis 34,2 Prozent ein, ihr Koalitionspartner, die Grünen, erreichten gut acht Prozent. Die in Linkspartei umbenannte PDS legte stark zu und zieht mit einem Ergebnis von 8,6 bis 8,7 Prozent in den neuen Bundestag ein.

Eine Rot-rot-grüne Koalition, die bislang von allen Parteien abgelehnt wird, hat den Hochrechnungen zufolge eine klare Mehrheit. Eine klare Mehrheit hätte auch eine Große Koalition, die jedoch sowohl Bundeskanzler Gerhard Schröder als auch Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel bislang abgelehnt haben. Schwarz-Gelb-Grün, eine Farbkombination, die jetzt überraschenderweise von CSU-Politikern ins Spiel gebracht wird, hätte ebenfalls eine klare Mehrheit.

Die SPD kam auf eines der schlechtesten Ergebnisse seit 50 Jahren, die CDU/CSU fiel mit Kanzlerkandidatin Merkel auf ihr drittschlechtestes Resultat überhaupt. Die kleinen Parteien FDP und Grüne haben in einer ersten Reaktion auf die Hochrechnungen eine Ampel-Koalition aus SPD, FDP und Grünen ausgeschlossen. "Mit uns gibt es keine Ampel mit SPD und Bündnis 90/Grüne", sagte der parlamentarische Geschäftsführer der FDP, Jörg van Essen. Das habe die FDP auf ihrem Parteitag am vorigen Sonntag beschlossen. "Ein solche Ampel wird es mit uns nicht geben. Wir wollen in eine schwarz-gelbe Koalition."

Zum Nachlesen im Ticker: Ergebnisse, Reaktionen, Analysen

Die CDU ist vom Ausgang der Bundestagswahl nach den Worten des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers enttäuscht. Ein solches Ergebnis habe niemand vorhergesagt, sagte der CDU-Politiker am Abend nach den ersten Prognosen: "Rot-Grün hat keine Mehrheit, Schwarz-Gelb aber auch nicht." Immerhin gebe es den Auftrag an Angela Merkel, eine Regierung zu bilden.

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