Chipfabrik
Kommentar: Armutszeugnis

Dresden hui, Frankfurt pfui. Genau eine Woche nach dem ersten Spatenstich für ein Chipwerk in Dresden steht das einst groß gefeierte Projekt Chipfabrik Frankfurt/Oder vor dem Gang zum Insolvenzrichter.

Dresden hui, Frankfurt pfui. Genau eine Woche nach dem ersten Spatenstich für ein Chipwerk in Dresden steht das einst groß gefeierte Projekt Chipfabrik Frankfurt/Oder vor dem Gang zum Insolvenzrichter. Zuletzt, so kursieren Gerüchte, soll es um 16 Millionen Dollar gegangen sein, die der Mitinvestor Intel zurückzahlen sollte, damit der Bund die notwendige Bürgschaft über rund 500 Millionen Dollar doch noch übernimmt.

Es ist müßig, darüber zu diskutieren, ob das Investitionsprojekt von mehr als einer Milliarde Euro wirklich an dieser vergleichsweise kleinen Summe gescheitert ist. So oder so ist das Aus ein Armutszeugnis für die deutsche Standortpolitik.

Zugegeben, das auf Mobilfunktechnologie spezialisierte Chipwerk wäre eine Wette auf die Zukunft gewesen. Zweifelsohne wäre es auch eine Investition mit hohem Risiko gewesen, zumal es um eine neue Produktionstechnologie für Mikrochips gehen sollte. Auch gibt es keine Garantie, dass die Bürgschaft des Bundes im Falle eines Scheiterns von den Gläubigern nicht gezogen worden wäre. Und trotzdem waren die Chancen für das Entstehen zukunftsfähiger Arbeitsplätze in der Informationstechnologie um ein Zigfaches höher als beispielsweise durch Direktsubventionen für die deutsche Kohle. Der aber werfen Politiker Milliarden in den Rachen.

Ein Armutszeugnis ist es auch deshalb, weil viele Menschen in der am Boden liegenden Region Frankfurt/Oder große Hoffnungen in das geplante Werk gesetzt hatten. Der globale Chiphersteller Intel wird die ursprünglich in Brandenburg mitentwickelte Produktionstechnologie und das Know-how nun vielleicht in einem anderen Land zur Marktreife bringen. Es wäre ihm nicht einmal zu verdenken.

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