CITIGROUP
Chuck muss klotzen

Charles (Chuck) Prince bangt um seinen Posten als Vorstandschef des größten Finanzkonzerns der Welt. Monat für Monat steigt der Druck der Citi-Aktionäre.

Ihre Geduld ist inzwischen fast aufgebraucht. Prince muss Erfolge zeigen, wenn er überleben will. Erst vor kurzem haben die Eigentümer kritisiert, dass der Aufsichtsrat zu wenig Druck auf Prince ausübe. Zu lange hinkt die Entwicklung des Kurses der Citi-Aktie hinter den amerikanischen Konkurrenten hinterher. Das soll, das muss sich in den Augen der Aktionäre ändern.

Denn besser als jetzt können die Zeiten für Investmentbanken nicht werden. Das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen blüht, mit Aktien- und Anleiheemissionen verdienen die Banker so viel Geld wie noch nie. Und das Retailgeschäft ist wieder attraktiv geworden. Trotz allem hat Prince aber die bei der Amtsübernahme vor gut drei Jahren geweckte Hoffnung auf zweistellig wachsende Gewinne enttäuscht. Zugegeben, der Jurist und Citi-Chef hat sich die Suppe nicht selbst eingebrockt, sondern musste die Bank nach den Verfehlungen unter seinem Vorgänger Sandy Weill aufsichtsrechtlich wetterfest machen. Doch das ist nun endgültig geschafft.

Als Zeichen für eine neue Ära und ein neues Profil verpasste Prince der Bank in diesem Jahr bereits einen neuen Namen. Die gute alte Citigroup heißt heute nur noch Citi. Der Vorstandschef versucht, auch das Problem der Ausgaben in den Griff zu bekommen, die schneller als die Einnahmen wachsen. Erste Ergebnisse will er vor der Präsentation der Geschäftszahlen Mitte April vorlegen. Dazu gehört auch ein starker Abbau von Arbeitsplätzen. Ob das reicht? Auf Dauer lässt sich nur durch eine Ausweitung des Geschäfts Geld verdienen, das weiß auch Prince.

Robert Landgraf
Robert Landgraf
Handelsblatt / Chefkorrespondent Finanzmärkte
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