Commerzbank
Kommentar: Alle Jahre wieder

Der November ist Klaus-Peter Müllers Monat. Im vergangenen Jahr überraschte er bei der Vorlage der Bilanz des dritten Quartals mit Milliardenabschreibungen auf den Beteiligungsbesitz.

Das Institut stürzte zwar tief in die roten Zahlen, doch die Marktbeobachter applaudierten: Altlasten bereinigt, jetzt sollte es bergauf gehen mit der ewigen Fusionskandidatin. Ein Jahr später fehlt die Überraschung - der am Dienstag verkündete Vorstandsumbau und die Schnitte im Investmentbanking waren zum großen Teil schon bekannt. Aber die wenig berauschenden operativen Zahlen, vor allem das enttäuschende Handelsergebnis, traten erneut zurück hinter Strukturanpassungen. Und obwohl es für die Bank sehr schwer wird, ihr Versprechen zu halten, annähernd die Kapitalkosten zu verdienen, freut sich der Markt.

Doch Müller, der im Frühling und Sommer nach einem guten Ergebnis im ersten Quartal, der Übernahme der Schmidt Bank und dem Interesse an der BHF mächtig Oberwasser hatte, war zuletzt Getriebener. Zwar verschaffte ihm der Abgang des obersten Investmentbankers Mehmet Dalman den Freiraum, endlich die Schnitte in der Sparte umzusetzen, die als lange überfällig galten. Doch die Absage seines Wunschkandidaten für die Nachfolge, Wolfgang Matis von der Deutschen Bank, löste ein Revirement im Vorstand aus. Müller hat erfahrene Führungskräfte an Bord und bekommt mit Achim Kasso von der Comdirect einen weiteren guten Banker dazu. Aber der Umbau der Ressorts bringt unweigerlich Unruhe mit sich. Die muss die Bank schnell in den Griff kriegen und sich dann endlich einmal aufs operative Geschäft konzentrieren kann. Damit sie im November 2005 ganz ohne schlechte Nachrichten einfach nur einen Quartalsbericht vorlegen kann.

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