Commerzbank
Kommentar: Die Braut macht sich fein

Commerzbank-Chef Klaus Peter Müller macht sein Haus besenrein - und positioniert die Bank endgültig als Übernahmekandidat. Mit einem radikalen Schritt wird die Bilanz von milliardenschweren Lasten befreit.

Commerzbank-Chef Klaus Peter Müller macht sein Haus besenrein - und positioniert die Bank endgültig als Übernahmekandidat. Mit einem radikalen Schritt wird die Bilanz von milliardenschweren Lasten befreit. Dass irgendwann einmal Abschreibungen auf die Beteiligungen erforderlich würden, davon war auszugehen. Eine faustdicke Überraschung ist aber der Zeitpunkt - schließlich gab es im letzten Quartal keine größeren Kursverluste an den Börsen, die den Wert der Beteiligungen gedrückt haben. Das Sahnehäubchen des Überraschungscoups ist die gleichzeitige Kapitalerhöhung. Damit nutzt Müller die rasanten Kursgewinne der Commerzbank der letzten Monate, um sich frisches Kapital zu beschaffen.

Nach dem bilanziellen Befreiungsschlag steht die Bank, die im letzten Jahr in die schwerste Krise ihrer Geschichte schlitterte, sauber da. Zwar ist das operative Geschäft wegen der Ertragsflaute weiter schwach. Aber die Hausaufgaben haben Müller und sein Team gemacht: Die Kosten wurden via massivem Personalabbau gedrückt, diverse Beteiligungen verkauft. Dies dürfte auch den Managern jener Banken nicht verborgen bleiben, die sich eine Übernahme der Commerzbank vorstellen können. Sie müssen jetzt kaum noch unliebsame Überraschungen in Form bilanzieller Leichen befürchten. Als Kandidaten für einen Bankenhochzeit kommt zum einen die Hypo-Vereinsbank in Frage, die gerade selber dabei ist, sich in Form zu bringen. Aber auch für ausländische Banken, die in Deutschland einsteigen wollen, wird die Commerzbank jetzt erst recht interessant.

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