Commerzbank
Salamitaktik

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Endlich ist es raus: Die Commerzbank muss wegen der Finanzkrise 291 Millionen Euro abschreiben. Das ist alles andere als ein Drama – Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus gerät dadurch nicht ins Wanken. Die bekräftigte Prognose zeigt es. Und schließlich glaubte zuletzt ohnehin niemand mehr an die Mär von 80 Millionen Euro Wertberichtigungen.

Doch halt, ganz so einfach ist es dann doch nicht. Denn Commerzbank-Chef Klaus-Peter Müller hat schon Anfang September mehr Transparenz bei der Branche angemahnt. Das wiegt umso schwerer, weil er als Banken-Präsident eigentlich mit gutem Beispiel hätte vorangehen müssen.

Nun mag sein, dass die – vielleicht vorschnell genannten – 80 Millionen Euro tatsächlich nur eine erste, grobe Schätzung waren. Und sicherlich, im Nachhinein weiß man immer vieles besser. Das gilt nicht zuletzt für Wirtschaftsmedien und Analysten. Doch richtig ist eben auch, dass die Commerzbank zunächst dementiert hat, ihr könnten höhere Abschreibungen drohen. Von der Ankündigung „etwaiger zusätzlicher Belastungen“ infolge der Krise bis hin zum klaren „Das wird nicht reichen“ vergingen dann nochmals Wochen.

Salamitaktik nennt man das. Die von Müller aufgestellte Transparenzforderung erfüllt die Commerzbank damit selbst auf jeden Fall nicht. Das ist traurig, weil es just an dem Tag sichtbar wird, an dem der Commerzbank-Chef seinen geplanten Wechsel an die Aufsichtsratsspitze ankündigt. Und es eigentlich genügend außergewöhnliche Leistungen des Rheinländers zu würdigen gäbe. Vor allem aber trifft das Malheur nun die Bank, die – das sei unterstellt – eigentlich nur so schnell und transparent wie möglich ihre Belastungen offenlegen wollte. Am Ende fehlte wohl einfach der Mut, nachzubessern und alle Karten auf den Tisch zu legen.

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