Conti/Phoenix
Kommentar: Licht und Schatten

Jahrelang hat Conti-Chef Manfred Wennemer dem hannoveranischen Konzern einen strikten Sparkurs verordnet, um die Gewinne zu steigern. Mit der jetzigen Übernahme der Hamburger Phoenix AG hat der Vorstand die Weichen auf Expansion gestellt.

Jahrelang hat Conti-Chef Manfred Wennemer dem hannoveranischen Konzern einen strikten Sparkurs verordnet, um die Gewinne zu steigern. Mit der jetzigen Übernahme der Hamburger Phoenix AG hat der Vorstand die Weichen auf Expansion gestellt.

Der jetzige Erwerb des Hamburger Konkurrenten macht für den hinter Bridgestone, Michelin, und Goodyear viertgrößten Reifenproduzenten der Welt aber durchaus Sinn: Denn Wennemer bekommt Phoenix angesichts einer niedrigen Börsenbewertung von 200 Mill. Euro nicht nur zum Schnäppchenpreis. Der Conti-Chef kann durch Phoenix die Marktposition in verschiedenen Geschäftsfeldern deutlich ausbauen. Dazu gehören vor allem der Bereich ContiTech, der die gesamten technischen Gummiprodukte umfasst, sowie die Sparte Fördergurte.

Die Sparte Vibracustic, der vor allem Luftfederungen für PKW der Nobelklasse umfasst, wird aber Conti voraussichtlich an die Freudenberg-Gruppe abgeben. Denn die Weisheimer dürften von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch machen und die Anteile aus dem Joint-Venture mit Phoenix übernehmen. Für den Hamburger Konzern hat die Übernahme hingegen eher Schattenseiten. Zwar haben die Phoenix-Großaktionäre dem Millionendeal bereits abgenickt. Doch viele der 9 800 Phoenix-Mitarbeiter dürften um ihren Job bangen. Denn Wennemer ist bekannt dafür, dass er Teile der inländischen Produktion in Niedriglohnländer verlagert, um die Marge zu erhöhen.

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