Daimler AG
Zum Erfolg verdammt

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Augen zu und durch. Mit 2,6 Milliarden Euro schlägt die Trennung von Chrysler jetzt noch einmal beim Autokonzern Daimler ins Kontor. Doch gibt es ein Aufstöhnen? Im Gegenteil. Die Erleichterung darüber, dass die Stuttgarter den Klotz am Bein los sind, ist so groß, dass Börse und Analysten jubeln – und das völlig zu Recht. Denn wie ein Riese, der seine Fesseln abstreift, zeigt die neue Daimler AG bereits heute, welche Finanzstärke morgen in dem Konzern stecken wird. Die Kernsparte Mercedes lässt den Konzern wieder strahlen. Rekordabsätze und eine Marge auf neuen Höchstständen geben Daimler wieder ein Stück des alten Glanzes zurück.

Das hat der Konzern auch bitter nötig. Denn Daimler-Boss Dieter Zetsche ist zum Erfolg verdammt. Er weiß, dass er nach der Trennung vom amerikanischen Patienten umso mehr punkten muss. Die Zeit der Ausreden ist vorbei. Jetzt muss er liefern – und zwar möglichst schnell, will das Unternehmen nicht doch ins Visier von Finanzinvestoren geraten. Zetsche hat deshalb eine klassische Vorwärtsstrategie im Blick. Er trimmt das Unternehmen auf Profitabilität, deutet höhere Dividenden an und tut fast alles, um Anlegers Liebling zu werden. Dem Aktienkurs verleiht das Auftrieb, was wiederum die Gefahr einer Übernahme durch Finanzinvestoren deutlich mindert.

Das Management weiß allzu genau, dass die Stuttgarter Industrie-Ikone aufgrund ihrer Aktionärsstruktur angreifbarer ist als der weitaus kleinere BMW-Konzern mit seiner Eigentümer-Familie Quandt. Der größte Aktionär von Daimler hält gerade sieben Prozent – das schreckt niemanden ab. Zetsche bleibt deshalb nur die Flucht nach vorn. Der begnadete Verkäufer muss den Konzern wieder zu einer Perle unter den Premiumanbietern machen – sonst schmilzt der Börsenbonus so schnell, wie er gekommen ist.

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