Daimler-Chrysler
Kommentar: Ausgefuchst

Kirk Kerkorian ist im Zockerparadies Las Vegas reich geworden. Der alte Fuchs kennt alle Tricks. Im Pokerspiel um Chrysler hat er jetzt einen Batzen Geld auf den Tisch geknallt und mit „Ich will sehen“ die Konkurrenz geschockt. Die Finanzinvestoren von Blackstone, Cerberus oder der Zulieferer Magna hatten den 89-Jährigen wohl nicht auf der Rechnung. Nachdem Kerkorian nach seinem ersten gescheiterten Übernahmeversuch Daimler den Vortritt lassen musste und nach der anschließenden Dauerfehde mit Ex-Daimler-Chef Jürgen Schrempp, wäre es schon ein „very smart move“ des US-Milliardärs, wenn er Chrysler für 4,5 Milliarden Dollar bekäme. Hatte doch Daimler 1998 rund 35 Milliarden bezahlt.

Daimler-Chef Dieter Zetsche muss das Angebot dennoch ernst nehmen, zumal Kerkorian damit einen Kurssprung der Daimler-Aktie auslöste. Daran kann Zetsche direkt ablesen, was der Markt erwartet. Die Trennung von der US-Sparte gibt der Aktie weiteres Potenzial nach oben. Chrysler zu behalten dürfte endgültig keine Option mehr sein. Kerkorian hat die heiße Phase des Verkaufs eingeleitet. Das Geld zu nehmen und zu verschwinden wäre aber wohl voreilig. Und nur Kerkorian in die Karten bei Chrysler schauen zu lassen wäre gar leichtfertig. Denn das Angebot hat Haken und Ösen. Geschickt setzt sich Kerkorian mit dem Vorschlag, die Mitarbeiter zu beteiligen, als „good guy“ unter den Finanzhaien in Szene. Er weiß genau, dass es nur mit Zugeständnissen der Arbeitnehmer für Chrysler eine Überlebenschance gibt. Die übrigen Investoren werden sich aber nicht so einfach bluffen lassen. Den Stuttgartern kann es recht sein. Es findet immerhin so etwas wie ein Bietergefecht statt. Und ein Kaufpreis von 4,5 Milliarden. Dollar ist mehr, als so mancher Analyst erwartete. Eines ist klar: Weniger dürfte es kaum werden.

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