Daimler-Chrysler
Kommentar: Eine Frage des Stils

In Stuttgart gibt es keine großen Zweifel mehr daran: Jürgen Schrempp wird seinen im Frühjahr 2005 auslaufenden Vertrag als Vorstandsvorsitzender bei Daimler-Chrysler verlängern. Sein wichtigster Fürsprecher, Aufsichtsratschef Hilmar Kopper, hat öffentlich klar gemacht, dass er sich exakt diese Lösung für die Daimler-Konzernspitze wünscht.

In Stuttgart gibt es keine großen Zweifel mehr daran: Jürgen Schrempp wird seinen im Frühjahr 2005 auslaufenden Vertrag als Vorstandsvorsitzender bei Daimler-Chrysler verlängern. Sein wichtigster Fürsprecher, Aufsichtsratschef Hilmar Kopper, hat öffentlich klar gemacht, dass er sich exakt diese Lösung für die Daimler-Konzernspitze wünscht.

Aus operativen Gründen mag einiges dafür sprechen, Schrempp ein weiteres Mal zu nominieren. Die Idee des Weltkonzerns funktioniert überhaupt noch nicht. Die Integration, das Zusammenwachsen mit Chrysler und Mitsubishi, geht nur langsam voran. Wegen der Milliardenverluste ist Chrysler auf dem besten Weg, sich zu einem Albtraum für den Stuttgarter Konzern zu entwickeln.

Schrempp hat die Idee des Weltkonzerns mit aller Macht selbst vorangetrieben. Wenn diese Idee noch nicht funktioniert, dann sollte er durchaus die Verantwortung übernehmen und die Idee mit mehr Zeit zum Erfolg bringen.

Allerdings hat das Vorpreschen des Aufsichtsratsvorsitzenden einen Beigeschmack: Die Grundsätze guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung, also die Corporate-Governance-Regeln, schreiben vor, dass ein Vorstandsmitglied frühestens ein Jahr vor dem Auslaufen seines alten Vertrages einen neuen Vertrag bekommen darf. Unendlich lange Amtszeiten und Dynastien-Bildungen sollen auf diese Weise verhindert werden.

Jürgen Schrempp hat zwar noch keinen neuen Vertrag. Aber die Positionsbestimmung von Hilmar Kopper ist klar und eindeutig. Er legt sich schon jetzt auf Schrempp fest und nominiert ihn weit vor Beginn der Jahresfrist – und vorbei am Aufsichtsrat. Nicht ganz sauber im Sinne von Corporate Governance.

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie
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