Daimler-Manager stehen unter Druck: Kommentar: Rollentausch bei Daimler-Chrysler

Daimler-Manager stehen unter Druck
Kommentar: Rollentausch bei Daimler-Chrysler

Als gewiefter Vorstandsvorsitzender macht Daimler-Chef Jürgen Schrempp aus der Not eine Tugend. Die von ihm postulierte Strategie der Welt AG funktioniere, da der fünftgrößte Autokonzern nicht aus Bahn gerate, obwohl eine wichtige Sparte derzeit schwächele, argumentiert der Badener auf der Jahrespressekonferenz in Stuttgart. Der Jubel der Anleger darüber dürfte jedoch verhalten ausfallen.

Denn noch immer gleicht der Konzern einer riesigen Baustelle. Die Investoren würden es lieber sehen, wenn alle Divisionen des größten deutschen Industriekonzerns einmal in die gleiche Richtung fahren würden – und zwar nach vorne. Diesmal ist es ausgerechnet die langjährige Ertragsperle Mercedes-Benz, die dem Konzern das Ergebnis verhagelt. Während pikanterweise das ewige Sorgenkind Chrysler zu den neuen Wachstumstreibern zählt. Von den „deutlichen Ergebnisverbesserungen“, die der Topmanager letztes Jahr noch im Konzern für 2005 und 2006 versprach, ist nun erst später die Rede. Der hemdsärmelige Vorstandschef, der schon mehr als einmal mit einer Prognose irrte, hat allerdings allen Grund vorsichtig zu sein. Denn noch hat der Konzern die Probleme bei seiner Kernmarke, der Mercedes-Gruppe, zu der auch Smart und Maybach gehören, nicht im Griff.

Der schwache Dollar, kostspielige Qualitätsmängel und die sich zum Milliardengrab entwickelnde Kleinstwagentochter Smart hängen derzeit wie ein Mühlstein an der prestigeträchtigen Sparte. Solange aber die Ertragsperle Mercedes-Benz nicht wieder das alte Gewinnniveau erreicht hat, ist der Konzern anfälliger für neue Tiefschläge – die jederzeit kommen können. Denn im operativen Geschäft lauern im laufenden Jahr noch so manche Gefahren. Der starke Euro, die steigenden Rohstoffpreise und die anhaltende Schwäche der Autokonjunktur werden den Konzern auch in diesem Jahr bremsen. Eine rasche Wende zum Besseren ist daher nicht zu erwarten.

Deutlichen Schub für die Aktie könnte einzig ein harter Schnitt bei der verlustreichen Tochter Smart bringen. Noch schließen Schrempp und Cordes gegen den wachsenden Widerstand des Aufsichtsrats aber einen Ausstieg bei der jüngsten Marke kategorisch aus. Doch beide Manager steht unter massiven Erfolgsdruck. Gelingt Cordes die Gewinnwende bei der Mercedes-Gruppe nicht, hat nicht nur der 54-Jährige Stratege ein massives Problem - sondern der gesamte Daimler-Konzern.

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