Daimler-Zahlen
Kommentar: Stuttgarter Luxusprobleme

Zum Valentinstag ist es üblich, seinen Liebsten Geschenke zu machen. Auch Daimler-Boss Dieter Zetsche macht da keine Ausnahme und hatte auf der Jahrespressekonferenz am Mittwoch für seine Anleger und Mitarbeiter ein schönes Mitbringsel dabei.
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Zum Valentinstag ist es üblich, seinen Liebsten Geschenke zu machen. Auch Daimler-Boss Dieter Zetsche macht da keine Ausnahme und hatte auf der Jahrespressekonferenz am Mittwoch für seine Anleger und Mitarbeiter ein schönes Mitbringsel dabei. Demonstrativ kündigte der Autokonzern in Stuttgart im Jahr Eins nach der Trennung von Chrysler eine deutliche Aufstockung der Bonuszahlungen an die Mitarbeiter sowie eine kräftige Dividendenerhöhung für seine Aktionäre an.

Zetsche, der Meister der Gesten, setzt damit ein klares Zeichen nach innen und außen: Die lange Leidenszeit soll endgültig ein Ende haben. Der Stern – und damit die neue Daimler AG – strahlen wieder. Doch die anvisierte Ausschüttung von zwei Euro pro Aktie ist nicht nur Ausdruck eines wieder erstarkten Selbstbewusstseins und Beweis einer neuen Ertragskraft. Die zweithöchste Dividende in der Firmengeschichte ist auch der Ausweis eines Luxusproblems im Konzerns, der nach dem Abschied von der chronisch defizitären US-Sparte geradezu im Geld badet.

Trotz eines eingeleiteten massiven Aktienrückkaufprogramms in Milliardenhöhe liegen die Barreserven in Stuttgart noch immer deutlich über der Zehn-Milliarden-Euro-Grenze. Das ist deutlich mehr als nötig und wirft Fragen auf, wie der Konzern künftig das viele Geld einsetzen will. Noch haben die Stuttgarter darauf keine abschließende Antwort gegeben. Doch auch Zetsche weiß, dass Aktienrückkauf, höhere Dividende sowie die geplanten Mehrinvestitionen im Forschungsbereich allein nicht ausreichen werden, um die Liquidität in übliche Bahnen zurückzuführen.

Am Ende wird sich das Management deshalb um die für Daimler heikle grundlegende Frage nach neuen Akquisitionen nicht herum drücken können. Noch ist Daimler auf diesem Felde ein gebranntes Kind. Aber das wird auf Dauer als strategische Antwort den Investoren allein nicht ausreichen.

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