Debitel-Freenet
Wenig Chancen

Eine Fusion im deutschen Mobilfunkmarkt: Klingt gut, aber bringt nur wenig.
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Die Strippenzieher in den Konzernen rühren gerne die Werbetrommel: Durch den Zusammenschluss von Freenet und Debitel entstehe der drittgrößte Mobilfunkanbieter nach Kunden, tönen sie. Das stimmt zwar faktisch. Dennoch bleibt auch dieser Drittgrößte ein Spieler zweiter Klasse – mit schlechten Überlebenschancen. Ihm fehlt ein eigenes Netz. Deshalb ist er auf Gedeih und Verderb von den Betreibern wie Vodafone und T-Mobile abhängig.

In drei bis vier Jahren wird Debitel-Freenet daher voraussichtlich vom Markt verschwinden, der Zusammenschluss verzögert das höchstens. Die beiden kleineren Wettbewerber mit diesem Konzept, Drillisch und The Phonehouse, haben noch schlechtere Chancen. Diese Diensteanbieter haben die Chance verpasst, ihr Geschäftsmodell so zu verändern, dass sie einen Mehrwert gegenüber dem reinen Verkauf von Mobilfunkdienstleistungen schaffen können.

Debitel hat zwar versucht, mit eigenen Innovationen wie dem ersten mobilen Fernsehangebot zu punkten – jedoch vergeblich. Freenet hat nicht das nötige Know-how, um etwas zu verändern. Was bleibt, ist nach wie vor der reine Verkauf von Mobilfunkverträgen oder Guthabenkarten samt Handy und Zubehör.

Dieses Modell wurde zu Beginn des Mobilfunks ins Leben gerufen. Debitel & Co. waren für die Netzbetreiber ein willkommener zusätzlicher Vertriebskanal. Mittlerweile aber hat fast jeder Deutsche ein Handy. Und die Netzbetreiber wollen die Kunden nicht länger mit den Anhängseln von damals teilen.

Hinzu kommt, dass die Telekommunikation sich stark in Richtung Komplettangebote aus Mobilfunk, Festnetz- und DSL-Anschluss entwickelt. Ein reiner Anbieter von Mobilfunkverträgen hat es auch deshalb schwer, sich durchzusetzen.

Sandra Louven
Sandra Louven
Handelsblatt / Korrespondentin in Madrid

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