Der Fall Daschner
Niemals Folter. Punktum.

Man möchte niemandem wünschen, sich jemals zwischen der eigenen Rechtsstaatstreue und dem Leben eines Kindes entscheiden zu müssen. Dennoch ist es richtig, dass der Fall des Frankfurter Polizeivizepräsidenten Wolfgang Daschner jetzt vor Gericht kommt.

Man darf es sich nicht zu leicht machen im Fall des Frankfurter Polizeivizepräsidenten Wolfgang Daschner. Dieser hatte nach der Verhaftung des Metzler-Entführers Markus Gäfgen seine Leute angewiesen, Gäfgen mit Gewalt zu drohen, wenn er den Aufenthaltsort seines Opfers nicht preisgibt. Das durfte er nicht, und das wusste Daschner. Er entschied sich, es trotzdem zu tun. Jetzt wird er angeklagt.

Man möchte niemandem wünschen, sich jemals zwischen der eigenen Rechtsstaatstreue und dem Leben eines Kindes entscheiden zu müssen. Dennoch ist es richtig, dass der Fall jetzt vor Gericht kommt. Denn gerade in solchen Zwangssituationen, wie sie Daschner erleben musste, stellt sich heraus, was das Folterverbot dem Rechtsstaat wert ist. Ein Folterverbot für sonnige Tage kann man sich sparen, nur wenn es auch in schwerer Not Bestand hat, ist es etwas wert. Ein Urteil ist der beste Weg, um künftigen Daschners in vergleichbaren Zwangssituationen den Weg zur richtigen Entscheidung zu weisen: Folter ist verboten. Ausnahmen? Keine.

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