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Der virtuose Wahlkämpfer

Wenn die Wahlkampfmusik erschallt, wird der Kanzler zum Zirkuspferd. Virtuos diktiert er die Themen, raffiniert treibt er die Gegner vor sich her. Die Diskussion um die große Koalition ist ein Musterbeispiel dafür.

Wenn die Wahlkampfmusik erschallt, wird der Kanzler zum Zirkuspferd. Virtuos diktiert er die Themen, raffiniert treibt er die Gegner vor sich her. Die Diskussion um die große Koalition ist ein Musterbeispiel dafür.

Sie erfüllt zwei Zwecke: Schröder drängt die unliebsame Unterstellung zurück, seine Partei werde, wenn es denn rechnerisch nur lange, mit Lafontaine und Gysi gemeinsame Sache machen. Und er streut Salz in Merkels Wunden. Die Oppositionsführerin muss eine andauernde Diskussion um die große Koalition fürchten, weil dies die SPD stabilisiert und den möglichen Koalitionspartner FDP schwächt. Und weil Schröder den Eindruck erweckt, als sei das Zusammengehen der großen Volksparteien nun das Gebot der Stunde.

Deswegen schickt er die getreuen Knappen Clement, Eichel und Schily an die Interview-Front. Schröder bringt sich und seine Partei damit in die Offensive und zwingt Angela Merkel zu Gebetsmühlen. Der CDU muss bald etwas einfallen, warum der Wähler eine christlich-liberale Koalition vorziehen soll.

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