Deutsch-polnische Beziehungen
Solides Fundament mit feinen Rissen

Mit Angela Merkel und Donald Tusk haben sich unlängst zwei Befürworter enger und freundschaftlicher Beziehungen zwischen Deutschland und Polen in Warschau getroffen.

HB WARSCHAU. Bei der gemeinsamen Pressekonferenz im Warschauer Königsschloss betonte Frau Merkel ausdrücklich, Polen sei der wichtigste Nachbar Deutschlands im Osten. "Zusammen mit einem starken Polen wollen wir in der EU gemeinsame Vorhaben durchsetzen", so die CDU-Vorsitzende und Kanzlerkandidatin. Als Chef der polnischen Bürgerplattform, wie sich seine Partei nennt, sagte Donald Tusk, er hoffe besonders auf deutsch-polnische Kooperation im Umgang mit den schwierigen Nachbarn Russland, Weißrussland und Ukraine.

Sollte Angela Merkel tatsächlich Kanzlerin werden und Tusk, wie zurzeit absehbar, die polnischen Präsidentschaftswahlen gewinnen, könnten beide also auf einem soliden freundschaftlichen Fundament aufbauen. Einem Fundament, das schon zu Zeiten des ehemaligen CDU-Bundeskanzlers Helmut Kohl gelegt wurde. Und das die rot-grüne Regierung unter Gerhard Schröder weiter festigte. "Heute sind diese Beziehungen sehr gut, bessere wären kaum noch denkbar", sagt denn auch Polens Außenminister Adam Daniel Rotfeld.

Auch bei den Bürgern in beiden Ländern sollen die Bindungen vertieft werden: mit dem gegenwärtig laufenden "deutsch-polnischen Jahr 2005/06", das mehr als 1 000 Veranstaltungen in Politik, Wirtschaft und Kultur in beiden Ländern umfasst.

Aber es gab in den vergangenen Jahren auch extreme Belastungen für das deutsch-polnische Verhältnis. Groß war das Misstrauen auf beiden Seiten, als Polen den militärischen Einsatz im Irak unterstützte, während die Bundesregierung mit Kanzler Schröder klar dagegen votierte. Inzwischen sind sich beide Seiten darin einig, dass möglichst viele Kräfte für einen friedlichen Wiederaufbau im Irak mobilisiert werden müssen.

Auf großen Widerstand in Polen stößt indes bis heute der Plan der deutschen Vertriebenenvorsitzenden Erika Steinbach, in Berlin ein Zentrum gegen Vertreibungen einzurichten, das vor allen die Leiden deutscher Vertriebener thematisieren soll. Zu Recht verweisen viele Polen auf die Leiden des eigenen Volks während des Zweiten Weltkriegs.

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